31.08.2026 -- 230.141// Zuwachs zum 31.07.2026: 6.580
Russlands Präsident schickt die Jugend seines Landes in einen verbrecherischen Krieg. Wie viele russische Soldaten inzwischen in der Ukraine ihr Leben gelassen haben, können wir nicht komplett aufklären. Wir sammeln hier seit Beginn des Krieges im Februar 2022 die Todesmeldungen aus den Medien der Regionen und sozialen Netzwerken Russlands und verschaffen so zumindest einen ungefähren Überblick.
Im ersten Kriegsjahr haben wir noch die Meldungen im übersetzten Originaltext veröffentlicht, auf Grund der schieren Menge der Kriegstoten mussten wir später zur Tabellenform übergehen, jetzt führen wir nur noch reduzierte Listen. Eine Liste der Regionen und den dazu veröffentlichten Tabellen, finden Sie hier.
Monatlich veröffentlichen wir eine Zusammenfassung unserer Datenbank - die Liste mit allen Auswertungen finden Sie hier - Aktuell Auswertung zum 31.07.2026. | Karte der Regionen Russlands | Föderationssubjekte | Kontakt: info[ɛt]oskarmaria.de
Unsere Webseite oskarmaria.de und die dazu gehörigen IP-Adressen wurden durch die russische Aufsichtsbehörde für das Internet "Roskomnadsor" am 26. August 2024 gesperrt. Details dazu erfahren Sie hier. | Alternativ-Link: gibtsnet.eu
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Aleksander Aleksandrowitsch Funkner (Функнер Александр Александрович) wurde am 04. Februar 1980 im kleinen Dorf Wolowo (99 Einwohner im Jahr 2014) in der Oblast Nowosibirsk geboren. Aleksander ist Russlanddeutscher. |
Eduard Jurjewitsch Engel (Энгель Эдуард Юрьевич), geboren am 13. Mai 1993, wuchs im großen Dorf Kljutschi (Bezirk Kljutschewski) im Altai auf. |
Sergej Nikolajewitsch Friesen (Фризен Сергей Николаевич), geb. am 5.07.1988, stammte aus Anschero-Sudschensk im Kohlebecken der Oblast Kemerowo. Die Stadt liegt an der Transsibirischen Eisenbahn und befindet sich auf einem absterbenden Ast - seit 1960 hat sich die Bewohnerzahl auf 64.000 halbiert. |
Weiterlesen: Deutsche Namen unter den russischen Kriegstoten im Juli 2025
Die russische Großstadt Kursk liegt etwa 500 km südlich von Moskau nahe der Grenze zur Ukraine. Die Stadt hat rund 430.000 Einwohner und eine breit aufgestellte Industrie.
Im Jahr 1992 ist auf dem Proletarski-Platz in Kursk ein Denkmal für die im Afghanistan-Krieg gefallenen Soldaten aus der Stadt entstanden. Insgesamt 105 Namen sind in die Steinplatten eingraviert. Im Zentrum des Denkmals befindet sich eine trauernde Mutter, die auf dem Grab ihres Sohnes liegt. Der Betrachter könnte diese Skulptur als Mahnmal deuten: Der Schmerz dieser Mutter als Mahnung vor weiteren Kriegen, zusammen mit dem Auftrag zur friedlichen Lösung von Konflikten. Das Gegenteil ist aus diesem Mahnmal geworden.

Russlands Krieg gegen die Ukraine mit den vielen toten russischen Soldaten muss der eigenen Bevölkerung vermittelt werden. Ein gutes Beispiel dafür kommt aus südlichen Region Stawropol, das wir hier vorstellen wollen. In einem Video geht es um die gefallenen Kosaken der Region, insgesamt zeigt der Film 56 im Krieg gefallene Soldaten mit wenigen persönlichen Daten.
Stadt Sarapul am Fluss Kama -- Foto: Alexxx1979 -- Lizenz: CC BY-SA 4.0
Die Stadt Sarapul war bis zum Jahr 2010 eine Großstadt mit deutlich über 100.000 Bewohnern, einer starken industriellen Basis und ist die drittgrößte Stadt Udmurtiens. Sie liegt etwa 1.250 km östlich von Moskau. Doch auch diese Stadt schrumpft, hat in den letzten 30 Jahren etwa 20.000 Bewohner verloren, was die ökonomische Realität verdeutlicht. Sarapul liegt am Fluss Kama, ein 1.800 km langer Nebenfluss der Wolga.
Bewohner von Sarapul haben ein Video über einen ziemlich ungepflegten Soldatenfriedhof veröffentlicht, auf dem die Toten im Krieg gegen die Ukraine bestattet werden. Der Telegram-Kanal "Udmurtien gegen Korruption" schreibt dazu:

Dorf Watschi -- Foto: Davdiev Rafael R -- Lizenz: CC BY-SA 2.0
In den Regionen des Kaukasus leben etwa 50 unterschiedliche Völker mit eigener Kultur, Sprache und Religion. Heute wollen wir den Kulinsky Bezirk in der russischen Teilrepublik Dagestan vorstellen, in dem fast alle Bewohner zum Volk der Laken gehören. Etwa 160.000 Menschen in Dagestan bezeichnen sich als Laken, sie haben eine eigene Sprache und sind vorwiegend Muslime. Im Kulinsky Bezirk leben rund 11.000 Menschen, Zentrum des Bezirks ist das Dorf Watschi mit etwa 1.500 Bewohnern. Watschi ist etwa 100 km Luftlinie von der Republikhauptstadt Machatschkala entfernt.
Eine Redakteurin einer lokalen Zeitung hat ein Video zusammengestellt, das die im Krieg gegen die Ukraine gefallenen Laken zusammenfasst - 95 an der Zahl. Auch in diesem Film werden die Kriegstoten heroisiert und nicht hinterfragt, was diese Opfer eigentlich mit dem eigenen Volk zu tun haben. Wir konnten 14 Namen in unsere Datenbank nachtragen.
Weiterlesen: Im Krieg gegen die Ukraine getötete Laken aus Dagestan
14.02.2023 - Kinder aus Sedanka verabschieden acht Freiwillige:
"Wir sind stolz auf dich! WIR LIEBEN dich! KOMM SO SCHNELL WIE MÖGLICH NACH HAUSE"
Über die Halbinsel Kamtschatka wurde Ende Juli 25 überall berichtet. Ein Erdbeben löste eine Tsunamiwarnung aus und der Vulkan Kljutschewskoi im Norden der Halbinsel ist ausgebrochen. Das Dorf Sedanka liegt sogar noch etwas nördlicher als der Vulkan, befindet sich aber an der Westküste der Halbinsel. Im Dorf Sedanka sind 457 Personen gemeldet, tatsächlich leben dort nur 258 Menschen. Die Bevölkerung besteht hauptsächlich aus Korjaken. Unter den Dorfbewohnern gibt es 67 Männer über 18 Jahre, davon befinden sich 39 bei den russischen Truppen in der Ukraine. Wie viele davon gefallen sind, wird von den Behörden verschwiegen. Mindestens fünf wurden getötet, ein weiterer wird vermisst.
Weiterlesen: Das Korjaken-Dorf Sedanka auf Kamtschatka und der Krieg in der Ukraine

Guido Huber kommt aus Lübben in der Niederlausitz. Er vermisste seine alte DDR und hat sie in der Region Jamal in Russland wiedergefunden - vor einem Jahr wanderte er aus. In der Sprache der Ureinwohner bedeutet das Wort "Jamal" so viel wie das Ende der Welt.
Aber Guido wollte nicht im hohen Norden Russlands frieren, er hat sich als Söldner für den Krieg in der Ukraine gemeldet, eine Tatasche, die die russischen Propaganda-Kanäle jetzt ausschlachten. Das folgende Video mit Guido wurde am 6. August 25 aufgenommen:
Russisches Militär nicht unterschätzen
Wir berichten ständig über die katastrophalen Zustände beim russischen Militär: Verwundete werden an die Front geschickt, geistig eingeschränkte Männer führen Versorgungsaufgaben durch, ältere Freiwillige mit fehlender Kraft und Beweglichkeit werden in sogenannten Fleischangriffen verheizt, genau so wie gerade 18- oder 19-jährige Zeitsoldaten, ohne militärische Ausbildung. Dazu gibt es massive Probleme mit Alkohol und anderen Drogen in der kämpfenden Truppe, die Moral der Männer an der Front ist nicht hoch, zahlreiche Soldaten desertieren.
Durch den massiven Einsatz von Drohnen ist zudem der Bestand an Panzern und gepanzerten Mannschaftstransportern bei den russischen Truppen geschrumpft. Viele Angriffe werden jetzt in ungeschützten Fahrzeugen und auf leichten Motocrossrädern durchgeführt.
Doch die russische Armee führt weiter Offensivaktionen durch und drängt langsam aber stetig die ukrainischen Verteidiger zurück. Sie hat ihre Taktik den veränderten Bedingungen erfolgreich angepasst
Weiterlesen: Getötete russische Soldaten -- Stand: 31.07.2025
Sandarmoch ist ein Waldgebiet in Karelien etwa 12 km von der Kleinstadt Medweschjegorsk entfernt, die am nördlichen Ende des Onegasees liegt. In dem Waldgebiet liegen knapp 10.000 Opfer der stalinistischen Säuberung begraben, die dort geheim zwischen Oktober 1937 und Dezember 1938 erschossen wurden. Die Hinrichtungsstätte wurde 1997 von Mitarbeitern der russischen Menschenrechtsorganisation Memorial wiedergefunden.
Foto: Granitstein an der Gedenkstätte: Menschen, tötet nicht einander -- Foto: Semenov.m7 -- Lizenz: CC BY-SA 3.0
Weiterlesen: Sandarmoch - Teil I: Begraben in den Wäldern Kareliens
„Masken-Schau“ am Tag des Gedenkens an die Opfer des Großen Terrors in Sandarmoch

Menschen in Schwarz umzingelten eine Frau, die zu einer Gedenkveranstaltung in Sandarmoch gekommen war
Nationalisten der „Russischen Gemeinschaft“ und andere Provokateure versuchten, die Verlesung der Namen der 1937–1938 in Karelien erschossenen Menschen zu stören. Die Gedenkfeier fand am 5. August, dem Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Großen Terrors, auf dem Gedenkfriedhof Sandarmoch in der Nähe der karelischen Stadt Medweschjegorsk statt, wo mehr als sechstausend Menschen begraben sind.
Weiterlesen: Sandarmoch -- Teil II: „Wem und wozu dient das alles auf den Gräbern?“
Kisseljowsk, Leninstraße -- Lizenz: CC BY-SA 3.0
Ohne Kohle wäre in Kisseljowsk nichts los. Mitten im heutigen Stadtgebiet lagen die ersten Kohleminen, von den vormals zehn Kohleabbaustellen sind im Moment noch vier irgendwie aktiv und sorgen für eine hohe Belastung der Umwelt. Im Winter kann es vorkommen, dass auf der Erde eine schwarze Schneedecke liegt. Kisseljowsk hatte in den 70-iger Jahren noch etwa 130.000 Einwohner, heute sind es noch 80.000 - Tendenz stetig fallend. Die Stadt liegt in der Oblast Kemerowo etwa 180 km südlich der Hauptstadt.
Weiterlesen: Die im Krieg gegen die Ukraine gefallenen Soldaten aus Kisseljowsk
Wir sind mitten in der Urlaubszeit und unterbesetzt, dafür haben wir im Monat Juli die höchsten Zahlen an russischen Kriegstoten seit Beginn des Krieges. Das hat vielfache Ursachen - die aktuellen Verluste der russischen Armee sind auf einem hohen Niveau geblieben, dazu sind zahlreiche Gedenkstätten und lokale Videos dazu gekommen, die neue Namen geliefert haben. Russische Bürger haben die Gräber auf Friedhöfen in den Regionen St. Petersburg und Oblast Moskau fotografiert. Und schließlich die Listen der staatlichen Initiative "Ich will finden", die im Juli rund 1.000 neue Namen beigesteuert haben und deren Auswertung wir dankenswerter Weise anderen überlassen konnten.
Für den Juli 2025 liegen uns bisher folgende Abschätzungen vor:
Weiterlesen: Russische Kriegstote Juli 25 - Vorabinformation
Ein Schüler aus Dagestan unterschrieb unter Folter einen Vertrag und verschwand im Krieg
Der 18-jährige Schüler Said Murtasaliew aus Dagestan fuhr im Januar 2025 in die Winterferien nach Moskau, wo er zusammen mit Freunden von der Polizei festgenommen wurde. Unter Androhung der Verhaftung wegen eines angeblich von ihnen begangenen Verbrechens wurde Said gezwungen, einen Vertrag mit dem Verteidigungsministerium zu unterschreiben. Nach Angaben seiner Mutter wurde der Schüler nicht nur bedroht, sondern auch gefoltert – man übergoss ihn mit eiskaltem Wasser, setzte ihm eine Gasmaske auf und schlug ihn.
Zuletzt gelang es Said im März, seine Familie anzurufen – seitdem erhält seine Mutter vom Militär keine Informationen über seinen Aufenthaltsort.
Berg Elbrus -- Foto: JukoFF -- Lizenz: Frei
In der russischen Teilrepublik Kabardino-Balkarien wohnen rund 900.000 Menschen. Etwa 70% der Bevölkerung sind sunnitische Muslime, der Anteil der russischstämmigen Bevölkerung nimmt stetig ab und lag im Jahr 2020 bei knapp 20 Prozent. Im Krieg gegen die Ukraine sind die Bewohner extrem zurückhaltend, die Republik liegt in unserer Statistik der Kriegstoten in Abhängigkeit von der Bevölkerung auf den ganz hinteren Plätzen.
Es ist Anfang Mai im Bezirk Elbrus und im Dorf Kendelen mit rund 7.000 Bewohnern findet eine Gedenkveranstaltung statt. Eine Delegation des Motorradclubs "Nachtwölfe" ist extra gekommen, um eine Tafel für die im Krieg gegen die Ukraine getöteten Bewohner einzuweihen. Wir geben den Bericht der Bezirksverwaltung im übersetzten Original wieder. Von den elf veröffentlichten Namen waren uns acht unbekannt.
Weiterlesen: Einweihung einer Gedenktafel im Bezirk Elbrus zusammen mit den "Nachtwölfen"

Ein Telegram-Kanal der Marineinfanteristen von Sewastopol auf der Krim veröffentlicht hin und wieder Meldungen von gefallenen Soldaten der Marine. Aktuell wurde ein Video veröffentlicht, das 100 im Krieg gegen die Ukraine getöteten Marinesoldaten vorstellt, die aus der Region Wolgograd kommen. Im Gegensatz zu anderen ähnlichen Videos enthält dieses etwas mehr Informationen über die gefallenen Soldaten. Wir konnten 38 neue Namen in unsere Datenbank eintragen.
Weiterlesen: Gefallene Marinesoldaten aus der Oblast Wolgograd
Jurij Maximowitsch Witsinets -- Danijar Baktiarowitsch Kereibajew -- Denis Alexandrowitsch Moschaitsew
Soldaten im Wehrdienst wurden durch Täuschung und Drohungen dazu gezwungen, einen Vertrag zu unterschreiben
Drei Russen, Soldaten im Wehrdienst im Alter von 18 bis 19 Jahren, haben das obige Video aufgenommen, in dem sie berichten, dass sie durch Täuschung dazu gezwungen wurden, unbefristete Verträge in Burjatien zu unterschreiben. Nachdem sie in der 37. separaten motorisierten Schützenbrigade der Militäreinheit 69647 in der Stadt Kjachta angekommen waren, begann der Zugführer, die Wehrpflichtigen mit der Versetzung an die Front und faktisch mit dem Tod zu bedrohen.
Die Angehörigen aller drei Soldaten berichteten, dass ihnen wegen ihrer Weigerung, den Vertrag zu unterschreiben, damit gedroht wurde, sie in die Region Kursk zu bringen und „auszulöschen“.
Zentrum von Pokrowsk vor der russischen Zerstörung -- Foto: MOs810 -- Lizenz: CC BY-SA 3.0
Pokrowsk ist eine Stadt in der Region Donezk, um die zur Zeit heftig gekämpft wird. Die Stadt hatte ursprünglich mal 60.000 Einwohner, fast alle Bewohner haben inzwischen die Ruinen der Stadt verlassen. Die Situation für die ukrainischen Verteidiger hat sich angeblich in letzter Zeit verschlechtert, die russische Propaganda berichtet täglich von neuen Geländegewinnen. Aber das ist nur ein Teil der Wahrheit: Der russische Kanal ZOW Insider, der aktuelle Verlustlisten der russischen Soldaten erstellt, hat am 23. Juli einen wütenden Bericht veröffentlicht, den wir hier übersetzt dokumentieren:
Wir sind wieder im "Autonomen Kreis der Tschuktschen" - kurz Tschukotka - im fernen Nordosten Russlands. Der Gemeindebezirk Anadyr ist die größte Untereinheit in Tschukotka mit einer Fläche etwa vier mal so groß wie Bayern. In dieser riesigen Fläche gibt es gerade mal 12 Gemeinden mit rund 8.800 Bewohnern. Und wahrscheinlich ist auch diese Zahl übertrieben, da die Einwohner häufig ganz woanders in Russland arbeiten und leben und nur noch pro forma in den kleinen Dörfern gemeldet sind. Die Hauptstadt Tschukotkas, Anadyr, gehört nicht zum Gemeidebezirk.
Der Bezirk hat ein viel zu langes Video mit den 43 im Krieg gegen die Ukraine gefallenen Bewohner veröffentlicht. Wir veröffentlichen die Screenshots über die einzelnen Gefallenen zusammen mit dem übersetzten Text. In der Summe ergibt das einen guten Überblick über die Männer, die in den weit entfernten Krieg gezogen sind und dessen Ursache sie wohl nicht begriffen haben. Die einzeln beschriebenen Heldentaten werden irgendwann in der Reihe "Grimms Märchen" gesammelt veröffentlicht.
Weiterlesen: Die Gefallenen aus dem Bezirk Anadyr - Tschukotka
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Emil Arturowitsch Renk (Ренк Эмиль Артурович) lebte in Syktywkar, der Hauptstadt der russischen Teilrepublik Komi. Emil wurde 24.12.1989 geboren. Trotz zweier VKontakte-Seiten und einer weiteren bei Odnoklassniki ist privat wenig bekannt, allerdings lässt sich entfernt auf eine russlanddeutsche Herkunft schließen. Emil arbeitete im Schichtdienst, meldete sich im Oktober 2023 freiwillig und wurde am 14. Mai 2025 getötet. |
Jewgeni Alexandrowitsch Zimmermann (Цимерман Евгений Александрович), geboren am 18.12.1982, lebte in Murmansk. Keine russlanddeutsche Herkunft feststellbar. Dafür war Jewgeni Stammgast bei der Murmansker Gerichtsbarkeit. Neun Zivilverfahren, vier Bußgelder und ein Strafverfahren wurden registriert. Zudem war er bei zwei weiteren Strafverfahren beteiligt. |
Das ist Erich Frei (Фрай Евгений Витальевич), der auf dem Foto die russische Flagge schwenkt. Erich ist ein Russlanddeutscher, der allerdings ziemliche familiäre Probleme hatte. "Seine Kindheit könne man kaum als wolkenlos bezeichnen", heißt es wolkig im Nachruf. Erich, geboren am 02.09.2002, ging in Omsk zur Schule, sein weiterer Lebensweg bleibt im Nebel. Am 5. September 2024 zog er in den Krieg, bereits am 26. Oktober war er tot. |
Weiterlesen: Deutsche Namen unter den russischen Kriegstoten im Juni 25
Das vom ukrainische Staat initiierte/unterstützte Projekt „Ich will leben“ hat heute drei Tabellen veröffentlicht, die nach den Angaben der Initiative, von der russischen Armee erstellt wurden. Die Tabellen enthalten Statistiken über desertierte, gefallene und vermisste Soldaten der 41. Armee der Russischen Födertation zum Stand 1. Juni 2025.
Im Moment befinden sich die russischen Truppen in der Ukraine auf einem stetigen, wenn auch langsamen Vormarsch (Britischer Geheimdienst vom 17.07.25). Die veröffentlichen Dokumente zeichnen aber ein düsteres Bild vom Zustand zumindest der 41. Armee. Danach hätte sie bis zum 1. Juni 25 mindestens 8.625 Gefallene, 10.491 Vermisste und 7.846 Deserteure zu verzeichnen.
Wir können diese Tabellen nicht auf ihre Authentizität überprüfen. Wir haben allerdings bereits zwei lange Tabellen über gefallene Soldaten der „Schwarzen Husaren“ und der 30. separaten Motorschützenbrigade bearbeitet, die das Projekt „Ich will leben“ veröffentlicht hatte und konnten deren Angaben verifizieren.
Weiterlesen: Die Verluste der 41. Armee der Russischen Föderation
Die russischen Behörden weigern sich, freigelassene Gefangene nach Hause zurückzuschicken

Nach einem der größten Gefangenenaustausche im Mai 2025 – 1000 gegen 1000 Soldaten – berichten die Angehörigen der zurückgekehrten Soldaten, dass ihre Ehemänner, Brüder und Söhne nicht einmal für einen Tag nach Hause zurückgebracht wurden. Sie wurden zurück an die Front gebracht, darunter auch Schwerverletzte.
Weiterlesen: Ich bin wegen des Geldes gegangen, ich will nicht mehr
Die Kommunistische Partei Russlands verfügt nach der Partei "Einiges Russland" über die zweitgrößte Fraktion im russischen Parlament. Die Partei hat im ganzen Land etwa 160.000 Mitglieder und gilt als einigermaßen politisch selbständige Kraft in Russland. Sie unterstützt aber auch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, obwohl nicht alle Mitglieder damit einverstanden sind.
Mit einer Schweigeminute gedenkt der Parteitag den aktuell 154 Mitgliedern, die im Krieg gegen die Ukraine getötetet wurden. Wir dokumentieren das Video dazu, denn aus dieser Präsentation konnten wir 24 neue Namen in unsere Statistik der Kriegstoten aufnehmen.

Eine der vielen Ethnien im Kaukasus sind die Tabassaranen. Ihr Hauptsiedlungsgebiet ist Dagestan, dort leben rund 126.000 Tabassaranen im bergigen Südosten. Chutschni ist ein Dorf mit 3.800 Bewohnern und Zentrum des Tabasseran-Bezirks in Dagestan. In Chutschni wurden Anfang September 2026 an der örtlichen Schule drei Gedenktafel enthüllt, um die im Krieg gegen die Ukraine gefallenen Bezirksbewohner zu ehren. Einer davon ist Temirlan Ullubijewitsch Dschabrailow. Er wäre 32 Jahre alt geworden, schreibt die Bezirksverwaltung mit hellseherischen Fähigkeiten. Denn laut Tafel wird Temirlan erst am 24. Oktober 2026 sterben.
Durch die ersten Erkältungskrankheiten sind wir im Moment etwas in Schwierigkeiten. Trotzdem habe ich heute den Monatsabschluss Juli 2026 freigeschaltet, obwohl er nur oberflächlich Korrektur gelesen wurde. Sollten noch Fehler im Fließtext sein, werden diese im Laufe des morgigen Tages korrigiert - versprochen. Die Tabellen & veröffentlichten Zahlen dagegen wurden überprüft.
CK, 25.08.2026
Die Opferlisten der russischen Regionen haben wir in den letzten Tagen bis Ende Juli 2026 aktualisiert. Eine Zusammenfassung des Monats Juli ist in den kommende Tagen zu erwarten.
Folgende Regionallisten wurden neu angelegt:
OM, 24.08.26
Im kalten Winter 2022 in Ischewsk, der Hauptstadt der russischen Teilrepublik Udmurtien, sang eine Gruppe Friedensdemonstranten das Lied „Möge es immer Sonenschein geben“. Wir haben darüber berichtet. Das Lied, aus der Perspektive eines kleinen Jungen, ist ein Apell an uns Menschen, den Frieden zu sichern. Das Lied gehört(e) zur sowjetischen Jugendkultur und wurde auch von den jungen Pionieren in der DDR gerne gesungen. Hier eine Version von Pete Seeger.
Der russische Refrain lautet etwa so:
Möge es immer Sonnenschein geben,
möge es immer blauen Himmel geben,
möge es immer Mama geben,
möge es immer mich geben!
In Anbetracht dieses Jahrhundertsommers können wir feststellen: Den ewigen Sonnenschein und den immer blauen Himmel haben wir. Den Frieden dagegen noch nicht.
OM, 11.08.26
Wir haben unsere Liste mit den deutschen Namen der Kriegstoten bis zum Juni 2026 aktualisiert. Insgesamt sind es jetzt 1.855 Namen.
Bitte beachtet - all diese Kriegstoten müssen nicht unbedingt einen russlanddeutschen Hintergrund haben. Sicher gibt es darunter auch einige Russen, die nur noch den Namen führen, aber mit russlanddeutscher Kultur nichts zu tun haben. Es ist durchaus auch möglich, dass sich darunter auch jüdische Namen befinden, die aus dem deutschen Sprachraum nach Osten gewandert sind.
Typisches Beispiel dafür ist der Nachname „Katzenelnbogen“, den wir einigemale in Russland angetroffen haben. Katzenelenbogen ist eine Kleinstadt am Rande des Taunus, den Namen hat eine jüdische Dynastie angenommen, die dort im Mittelalter gegründet wurde.
Und natürlich - es ist auch möglich, dass wir uns bei einigen der Namen getäuscht haben und diese eine andere Herkunft haben.
CK, 07.08.26
Die Opferlisten der russischen Regionen haben wir in den letzten Tagen bis Ende Juni 2026 aktualisiert. Eine Zusammenfassung des Monats Juni ist in den kommende Tagen zu erwarten.
Folgende Regionallisten wurden neu angelegt:
OM, 02.08.26
Da wir jeden Tag mehrere Kurzzeitsoldaten unter den russischen Kriegstoten finden, haben wir etwas umgestellt. Diese Personalien sind aus unserer Rubrik „Personalien & Kurznachrichten“ verschwunden, wir haben dafür eine neue Rubrik „Ohne viele Worte“ erstellt. Dort findet man nur den Namen des Kurzzeitsoldaten und das Datum der Veröffentlichung. Mit einem Klick auf den Namen erhält man das übliche Profil dieses Menschen.
Zunächst haben wir unsere letzte Veröffentlichung der 12 Kurzzeitsoldaten dort eingestellt, der Beitrag ist deshalb von der Titelseite verschwunden. In den nächsten Tagen werden wir täglich mehrere neue Kurzzeitsoldaten veröffentlichen, die bisher auf Halde liegen.
Auf Anfrage einiger Leser haben wir unserer Tabelle mit den vermutlich russlanddeutschen Kriegstoten noch eine Liste der regionalen Verteilung hinzugefügt.
Wie zu erwarten kommen die meisten dieser Kriegstoten aus Sibirien: Region Altai, Omsk und Nowosibirsk.
Das Übersetzen der russischen Namen ins Deutsche ist ein Kapitel für sich. Wir machen das mit dem Übersetzungsprogramm von DeepL. Allerdings ist das Ergebnis so, dass man alle Namenübersetzungen überprüfen muss. Spätestens nach einigen Namen fällt das Programm wieder ins Englische zurück und die Ergebnisse sind nur schwer lesbar. Manchmal vergisst das Programm auch Endungen oder wirft Zeichen mit fremden, nicht deutschen Akzentzeichen aus.
Beim Durchgehen der übersetzten Namen markieren wir die deutschen mit einem Sonderzeichen, damit wir diese in eine extra Tabelle überführen können. Was macht DeepL zuletzt? Haben wir solch einen Namen markiert und verbessern in der Folge weitere Namen, dann markiert KI diese auch mit jenem Sonderzeichen. So rutschen auch russische Namen automatisch in unsere Tabelle der Russlanddeutschen.
Folglich - alles muss erneut korrigiert werden.
Es ist alles zusammen gekommen, die Hitze der letzten Tage, die unsere Arbeitsmoral untergraben hat, durch die hessischen Ferien bedingte dünne Besetzung und schließlich ist unsere EDV-Erfassung auch noch abgestürzt. So dauerte unsere Zusammenfassung des Monats Mai länger als geplant. Wir bitten um Entschuldigung.
Die Todeslisten aller russischen Regionen sind jetzt bis zum Monat Mai 2026 aktuell. Die übliche Zusammenfassung werden wir bis zum 16.07.26 vorlegen.
Folgende Regionallisten wurden neu angelegt:
Wir hatten etwas Probleme mit unserer internen IT, deshalb haben wir uns mit dem Monat April 2026 weiter verspätet und konnten auch keine aktuellen Themen einschieben. Die Zusammenfassung werden wir am morgigen Donnerstag vorlegen.
Alle russischen Regionen wurden bereits mit den Daten des Monats April 2026 aktualisiert.
Folgende Listen wurden neu angelegt:
Wir haben alle russischen Regionen mit den Daten des Monats März 2026 aktualisiert.
Folgende Listen wurden neu angelegt:
Die ausführliche Zusammenfassung zum Monat März 2026 und die erfassten Daten zum April 2026 werden wir bis spätestens 12. Mai vorlegen können.
CK, 11.05.2026
Wir sind gerade im Stress und bereiten den Abschluss des Monats März 2026 vor. So haben wir versehentlich einen unfertigen Beitrag online gestellt: „Für Glaube und Vaterland in Nowomoskowsk“. Wir bitten um Entschuldigung.
Wir haben den Beitrag wieder versteckt, er wird erst in den nächsten Tagen - dann hoffentlich komplett - veröffentlicht.
OM 07.05.2026
Am Abend des 5. Mai 2026 war unsere Domain „oskarmaria.de“ nicht zu erreichen. Nach hektischen Versuchen, das Problem auf unserem Webserver zu suchen, mussten wir feststellen, dass wir nichts unternehmen können. Die Namensauflösung für de-Domains war bei Denic gestört. Über unsere zweite Domain https://www.gibtsnet.eu sind wir weiterhin & ungestört zu erreichen.
Zum Beitrag über die beiden in Russland inhaftierten Frauen Natalia Leonhardt und Daria Jegerewa wollen wir noch einige Anmerkungen nachreichen.
Nach der Verhaftung der beiden Frauen wurde zunächst nur der Name von Daria Jegerewa bekannt. Die Familie von Frau Leonhardt wollte, dass ihr Name nicht genannt werden solle. Sie versprachen sich so bessere Chancen vor Gericht. Das ist nicht eingetreten.
Aber dazu passt: Wir hatten beim Unterstützerkomitee angefragt, ob wir ein Foto benutzen können, das beide Frauen zeigt. Am folgenden Tag haben wir die Erlaubnis bekommen, die dann wenig später zurückgezogen wurde. Die Verantwortliche hatte unsere Webseite besucht und meinte danach, dass eine Fotoveröffentlichung in unserem Kontext den beiden Frauen eher schaden würde. Wir wollen das nicht weiter kommentieren.
Russische Freiwillige, die in den ersten drei Monaten nach Vertragsunterzeichnung an der Front getötet wurden, stellen wir unter der Überschrift „Ohne viele Worte“ vor. Da es zu viele waren, haben wir zunächst maximal einen Gefallenen pro Tag veröffentlicht. Aktuell ist die Situation so, dass es in vielen Regionen inzwischen untersagt ist, die genauen Daten anzugeben, wann der Vertrag unterschrieben und wann der Freiwillige getötet wurde. Neue Freiwillige sollen durch solch eine Wahrheit nicht abgeschreckt werden, meinen die russischen Behörden.
Wir haben uns deshalb entschieden, wieder alle Kurzzeitsoldaten zu veröffentlichen, die wir registrieren. Das sind meist Männer aus Burjatien, da in dieser Region - teilweise - noch immer ausführliche Nachrufe publiziert werden. Burjatien steht stellvertretend für alle russischen Regionen, wie unser aktuelles Beispiel aus Transbaikalien zeigt. Im Bezirk Krasnotschikoisky haben wir unter 128 Gefallenen insgesamt 36 Kurzzeitsoldaten gefunden.
Eine aktuelle Liste der Antrittsprämien aller rusischen Regionen, die der russische Staat für Zeitsoldaten bezahlt, haben wir hier veröffentlicht.
Wir haben alle russischen Regionen mit den Daten des Monats Februar 2026 aktualisiert.
Folgende Listen wurden neu angelegt:
Die ausführliche Zusammenfassung zum Februar 2026 und die erfassten Daten zum März 2026 werden wir bis spätestens 10. April vorlegen können.
OM, 09.04.2026
Vielleicht ist euch aufgefallen, dass wir sehr häufig Personen aus Burjatien vorstellen. In unserer Rubrik der Kurzzeitsoldaten (Ohne viele Worte) sind überwiegend Gefallene aus Burjatien vertreten. Das hat einfache Gründe - in Burjatien werden gewohnheitsmäßig ausführliche Nachrufe auf die im Krieg getöteten Landeskinder veröffentlicht. So erfahren wir viele Details. Das kommt in anderen Regionen eher selten vor, häufig werden auch mißliebige Daten gezielt verheimlicht. So zum Beispiel dass die getöteten Soldaten aus der Haft an die Front entlassen wurden, dass sie nur eine kurze Überlebensdauer hatten, usw. In einigen Regionen wie Baschkortostan sind inzwischen solche detaillierten Nachrichten verboten, häufig wird sogar das Alter verschwiegen.
So muss Burjatien als Beispiel herhalten, wenn es um Kurzzeitsoldaten, jugendliche Dummköpfe und Häftlinge geht. Es wird in allen anderen Regionen nicht viel anders sein.
Wir haben alle russischen Regionen mit den Daten des Monats Januar 2025 aktualisiert.
Es wurden neun neue Listen angelegt:
Die ausführliche Zusammenfassung zum Januar 2026 und die erfassten Daten zum Februar 2026 werden wir bis spätestens 13. März vorlegen können.
OM, 12.03.26
Der Trend bei den Nachrufen hält an - konkrete Daten werden nicht mehr angegeben. So will es die russische Regierung. Damit kann man nicht mehr abschätzen, wie lange der Zeitvertrag mit dem Militär dauerte oder besser, wie schnell der Soldat nach Vertragsunterzeichnung getötet wurde. Auch wird die Feststellung verhindert, wie lange der getötete Soldat irgendwo an der Front liegen blieb.
Normalerweise haben wir max. einen Kurzzeitsoldaten pro Tag in unserer Rubrik „Ohne viele Worte“ veröffentlicht. Das haben wir heute ausnahmsweiße verändert und alle Kurzzeitsoldaten gelistet, die uns im Zeitraum vom 19. bis 20. Januar 26 aufgefallen sind. Als Beleg dafür, dass auch weiterhin viele russischen Freiwilligen nur kurze Zeit an der Front überleben, auch wenn diese Tatsache unterdrückt werden soll.
CK, 23.02.26

Nachdem die Aufmerksamkeit zu unseren Veröffentlichungen wächst, eine kurze Information zu OskarMaria.
Unter diesem Pseudonym war der Initiator im Internet seit über 25 Jahren recht unregelmäßig präsent. Ab dem Jahr 2014 hat er hier über die Situation in den von Russland besetzten Gebieten des Donbass geschrieben. Als einer der ersten Journalisten überhaupt informierte er über die damals neu gegründete Gruppe Wagner.
Beruflich war er seit den 80-iger Jahren Geschäftsführer von diversen Medienunternehmen im Printbereich. Jetzt im Ruhestand, Kinder erwachsen, bleibt etwas mehr Zeit, die gesammelten Erfahrungen zusammen mit wenigen Mitstreitern für dieses Projekt zu nutzen.
Nachtrag: OskarMaria– das ist eine kleine Verbeugung vor dem beinahe vergessenen Schriftsteller Oskar Maria Graf. In Zeiten der Bücherverbrennungen wurden seine Werke von den Nazis verschont, ja sogar teilweise empfohlen. „Verbrennt mich!“ schrieb er 1933 in der Wiener Arbeiterzeitung, „nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbanden gelangen!“ Schließlich floh er in die USA – dort lebte er in bescheidenen Verhältnissen. Deutschland wollte den unbequemen Mann nach dem Krieg nicht wieder haben. Er starb 1967 in New York.
Literaturempfehlung: Wir sind Gefangene - Autobiograhie 1927.
Doppelt
Wladimir: 25. Artem Kozhenkov // Nischni Nowgorod: 35 Artem Kozhenkov
Wolgograd: 01 Juri Agarkov // Pskow: 41 Juri Agarkow
Kutelev Stanislav, dreifach, Kostroma, Rjasan und Orenburg. Nur Orenburg
Nikolai Symov, Rjasan & Tschuwaschien - nur Tschuwaschien
Mamontov Mikhail - Krasnodar Teil 1 & Teil 2
Ivan Alekseevich Chulkov, Kostroma, Pos. 51/56
Elimov Alexey Michailowitsch , Kostroma & Tschuwaschien
Falsch einsortiert
Ruslan Khamitov, Tscheljabinsk, kein Söldner der Gruppe Wagner

Pawel Sergejewitsch, 18 Jahre
Pawel Sergejewitsch Martschenko wurde am 3. Oktober 2007 in der Stadt Slanzy geboren. Der Name der Stadt bedeutet Schiefer und Ölschiefer ist noch immer der Hauptwirtschaftszweig der Stadt mit 33.000 Bewohnern in der Region Leningrad. Pawel absolvierte die Schule, danach kam keine Berufsausbildung. Er hätte in verschiedenen Betrieben der Stadt gearbeitet, schreibt der Nachruf. Was bedeutet, er hatte keine feste Anstellung und arbeitete mal hier und dort - wenn überhaupt. Da lockte das viele Geld als Freiwilliger im Kriegsdienst. Im November 2025 unterschrieb er den Vertrag, am 7. August 2026 wurde er getötet. Den 19. Geburtstag hat er nicht mehr geschafft. Der wohlwollende Nachruf fabuliert: „Seine Angehörigen erinnern sich an ihn als einen mitfühlenden und gütigen Mann, der stets hilfsbereit war, sein Land von ganzem Herzen liebte und stolz darauf war, dem Vaterland zu dienen.“
Wir haben die Liste der russischen Regionen mit den Prämien für den Abschluss von -unbefristeten- Zeitverträgen mit dem Militär aktualisiert.
Seit unserer letzten Veröffentlichung Ende Juli haben einige Regionen ihre Antrittsprämien angepasst. Wenn eine Region Probleme hatte, ihre von Moskau vorgegeben Quoten zu erreichen, wurden die Zahlungen erhöht. Im Fall dass eine Region ausreichend Zeitsoldaten stellen kann, wurden die Zahlungen reduziert. Wir haben die Veränderungen in der Liste mit einem Sternchen (*) markiert.
In der Summe sind die bezahlten Prämien weiter angestiegen. Im Juli zahlten die Regionen im Durchschnitt 2.167.000 Rubel als Prämie, Anfang September 2026 erhöhte sich der Durchschnittsbetrag auf 2.339.000 Rubel.
Neu dabei sind Sonderzahlungen, die manche Regionen für Drohnenpiloten ausloben. Die Regionen Inguschetien, Kaliningrad, Pskow und die Stadt Sewastopol auf der Krim weisen diese Extrazahlungen aus. Eine besondere Pointe setzt die Region Komi - die Zeitsoldaten erhalten extra 100.000 Rubel bei Rückkehr, wohl wissend, dass nicht viele lebend von der Front nach Hause kommen werden.
Die russischen Behörden versuchen auf allen Ebenen zu verhindern, dass Informationen über Kriegstote das Land verlassen. Seit Beginn des russischen Krieges verschicken russische Bürger aus den verschiedensten Regionen Fotos und Videoaufnahmen über neue Kriegsgräber. Und zwar nicht an Geheimdienste, sondern zu den Telegram-Kanälen, die solche Informationen sammeln. Solch offene Info-Kanäle werden natürlich auch von den Geheimdiensten aller Länder gerne besucht, auch wenn diese mit Agententätigkeit nichts zu tun haben.
Nachstehend eine Presseerklärung des Regionalgerichts Jaroslawl vom 08.09.26:
Neuigkeiten vom 8. September 2026
Ein Einwohner von Jaroslawl, der Informationen über tote Soldaten weitergegeben hatte, wurde wegen Hochverrats verurteilt.
Das Regionalgericht Jaroslawl verurteilte heute einen 48-jährigen Einwohner wegen Hochverrats (Artikel 275 des Strafgesetzbuches der Russischen Föderation).
Das Gericht stellte fest, dass der Angeklagte Nikolai Schtscherbakow ab Oktober 2024 regelmäßig den Gedenkfriedhof aufsuchte und dort heimlich die Gräber von Militärangehörigen fotografierte und filmte. Der in Jaroslawl lebende Mann übermittelte die gesammelten Informationen anschließend per Instant Messenger an Vertreter der ukrainischen Geheimdienste.
Kriminelle Aktivitäten wurden von Beamten der FSB-Direktion für die Region Jaroslawl identifiziert und gestoppt.
Mit Urteil des Gerichts wurde Shcherbakov N. des Hochverrats (Artikel 275 des Strafgesetzbuches der Russischen Föderation) für schuldig befunden und zu einer Freiheitsstrafe von 14 Jahren in einer Strafkolonie mit strengem Regime verurteilt, gefolgt von einer Freiheitsbeschränkung von 1 Jahr und 6 Monaten.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Im Herbst 2022 hat die russische Armee 300.000 Reservisten für den Krieg in der Ukraine eingezogen. Diese mobilisierten Soldaten sind jetzt viereinhalb Jahre im Dienst in einem Krieg, bei dem kein Ende in Sicht ist.
Bei vielen Meldungen über im Krieg gefallenen Soldaten können wir nicht erfahren, ob der Kriegstote ein freiwilliger Zeitsoldat, ein Mobilisierter oder ein Berufssoldat war. Trotzdem finden wir jeden Tag Meldungen, die den Status des Gefallenen nennen. Und da sind einige mobilisierte Reservisten darunter.
Deshalb stellt sich die Frage, wie viele der mobilisierten Männer noch im Kriegsgebiet vorhanden sind? Janis Kluge, von der Stiftung Wissenschaft & Politik, hat dazu eine Antwort geliefert. Anhand der Zahlungen im Bundeshaushalt für die mobilisierten Soldaten, konnte er ihre Anzahl berechnen. Von den knapp 300.000 mobilisierten Männern waren im Juli 2024 noch 246.303 vorhanden, im Juli 2025 waren noch 168.594 verblieben. Neuere Zahlen gibt es noch nicht. Setzt sich der Schwund fort, so dürften aktuell nur noch etwa 100.000 Mobilisierte im Dienst sein.
Diese Mobilisierten wurden im letzten Jahr häufig unter Druck gesetzt, in einen Zeitvertrag zu wechseln (siehe hier). Der weit größere Teil wurde getötet oder ist kriegsuntauglich, also physisch oder psychisch schwer verletzt.
„Dies ist eine sehr ernste und verantwortungsvolle Angelegenheit. Wir unternehmen gemeinsam mit Ihnen und den Bürgermeistern der Gemeinden auf allen Ebenen größte Anstrengungen, diese Aufgabe mit Würde zu bewältigen“, sprach der Gouverneur von Irkutsk, Igor Kobzew (Foto links), zu den Parlamentariern der Regionalversammlung. Er meinte damit die Erfüllung der Quote an Freiwilligen für den Kriegsdienst, die der Region Irkutsk von Moskau auferlegt wurde. Auf seinen Antrag hin wurden die Prämien von 2,1 Millionen Rubel auf 1,8 Millionen reduziert. Verurteilte und Angeklagte erhalten eine Million Rubel und neu eingeführt wurde die Zahlung von 900.000 Rubel für Ausländer und Statenlose.
Der eingebrachte Gesetzesentwurf wurde überarbeitet und in zweiter Lesung angenommen. Die Behörden gehen wohl davon aus, dass sie ihre Vorgaben hauptsächlich durch die Strafverfolgungs- und Ausländerbehörden abdecken können. Das spart Geld.
In der russischen Teilrepublik Inguschetien im Kaukasus überbringt der Ministerpräsident die Beileidsbekundigungen für die im Krieg gegen die Ukraine getöteten Inguschen persönlich. Mitte August hatte er vier Familien aufzusuchen.
Laut Wladimir Slasteinin, dem Ministerpräsidenten, nehmen insgesamt mehr als zweitausend Einwohner Inguschetiens an den Kampfhandlungen bei der russischen Armee teil. Wir haben bisher 290 Kriegstote registriert, die tatsächliche Zahl dürfte deutlich höher liegen.
Der Telegram-Kanal „Fortanga“ schreibt zu den Kriegsversehrten:
Mehrere hundert Menschen erlitten schwere Verletzungen. Allein im Jahr 2025 wurden in Inguschetien 464 Teilnehmer an den Kampfhandlungen behandelt. Die genaue Zahl der Verletzten und derjenigen, die im Laufe der Kampfhandlungen eine Behinderung erlitten, wird nicht genannt. Die Verwundeten erhalten nicht immer die ihnen zustehenden Prothesen und sind gezwungen, sich bei verschiedenen Behörden zu beschweren.
Eine Gruppe Lehrer hatten die Möglichkeit zu einer Audienz bei Wladimir Putin. Ein Mann berichtet von einem Ausflug zum Nordpol und auf Rückfrage berichtet er, zwei Eisbären gesehen zu haben. Das findet Wladimir interessant und erzählt, dass Orcas Eisbären in Stücke reißen und vertilgen würden (dafür konnte der Verfasser keine Belege finden). So wäre das Leben, meint Wladimir, der Stärkere frisst den Schwächeren, die Nahrungskette eben. Das sollen die Lehrer ruhig ihren Schülern beibringen. Und deshalb würde Russland ja auch die „Spezielle Militäroperation“ durchführen.
Jabloko ist die einzige Partei in Russland, die sich gegen den Angriffskrieg gegen die Ukraine ausspricht. Sie wurde durch Beschluss eines Moskauer Gerichts, von den kommenden Parlamentswahlen ausgeschlossen. Geklagt hatte die linksnationalistische Partei „Rodina“, die sich selbst nationalkonservativ nennt. Soviel zur allgemeinen Verwirrung.
In ihrer Klage warf Rodina der Partei Jabloko Uhrheberrechtsverletzungen vor. So hätte Jabloko ohne Genehmigung Zeilen aus dem Antikriegslied „Es soll immer Sonnenschein geben“ und die Zeile „Wenn es doch nur keinen Krieg gäbe“ aus Alexander Wolodins Theaterstück „Fünf Abende“ verwendet, sowie Umfragedaten des Lewada-Zentrums zitiert. Es gibt in der Klage weitere Vorwürfe ähnlicher Qualität.
Bliebe zum Schluss noch zu erwähnen: Der Sohn des Komponisten des Liedes „Es soll immer Sonnenschein geben“ hatte der Partei ganz offiziell die Erlaubnis zur Nutzung gegeben.
In den ersten sechs Monaten dieses Jahres hat Russland 43,5 Tonnen Gold verkauft. Aber es hat noch reichlich Reserven, Anfang Juli sollen sich noch 2.282 Tonnen Gold in den staatlichen Tresoren befunden haben. Trotzdem bedeutet dieser Verkauf den größten Rückgang der Goldreserven in den letzten 25 Jahre.
Der Goldverkauf dient in erster Linie der Deckung des russischen Haushaltsdefizits, der Staat muss immer höhere Ausgaben für den Krieg gegen die Ukraine finanzieren. Allerdings dürfte jenes verkaufte Gold meist im Land geblieben sein. In unsicheren Zeiten heben die Russen gerne ihre Rücklagen vom Konto ab und kaufen dafür Gold.
Die Kleinstadt Bad Ems liegt an der unteren Lahn und nur wenige Kilometer von der Stadt Koblenz entfernt. Bad Ems hatte seine Glanzzeit im 19. Jahrhundert. Es war die Kurstadt und Sommerresidenz von bedeutendem Adel und angesagten Künstlern. So führte zum Beispiel die Emser Depesche zum Französisch-Deutschen Krieg 1870/71.
Auch der russische Zar Alexander der II. verbrachte den Sommer gerne in Bad Ems. Dort unterzeichnete er am 30. Mai 1876 den „Emser Erlass“. Damit verbot er die Einfuhr und Veröffentlichung von Schriften in ukrainischer und belarussischer Sprache im Russischen Kaiserreich und stellte Zuwiderhandlungen unter Strafe. Eine kaiserliche Kommission hatte festgestellt, dass die Verwendung der ukrainischen Sprache staatsgefährdend wäre.
Dieses russische Überheblichkeitsdenken gegenüber den „Kleinrussen (Ukrainer)“ wirkt bis heute nach. Auf ihm basiert auch der propagandistische Überbau, mit dem der „Putinismus“ den russischen Angriffskrieg begründet.
Foto: Silin2005 -- Lizenz: Gemeinfrei -- Die Plakette wurde nach dem russischen Angriffskrieg 2022 von Unbekannten entfernt.
Wir hatten bereits über die Aussage der russischen Militätbloggerin Agnes Becker berichtet, die in ihrem Telegramkanal eine angeblich unabhängige Studie zitiert hatte. Danach würde die durchschnittliche Überlebensdauer eines Soldaten bei einem Angriff an den vordersten Positionen nur 20 - 35 Minuten betragen. Am letzten Mittwoch bestätigte der CIA-Direktor John Ratcliff diese Aussage:
„Unsere Erkenntnisse decken sich mit einigen Berichten aus offenen Quellen, die Sie möglicherweise im Zusammenhang mit der Ukraine gesehen haben: Die durchschnittliche Lebenserwartung eines russischen Rekruten, der derzeit auf dem Schlachtfeld in der Ukraine eintrifft, wird auf 20 bis 30 Minuten geschätzt.“
Durch den Einsatz von Drohnen mit KI-Unterstützung steigen jedoch die Verlustzahlen auch weit hinter der Front. Im folgenden Video sieht man solch eine Drohne, die zielgerichtet einen russischen Militärlaster ausschaltet. Vermutlich handelt es sich um die in Deutschland hergestellt HX-2 der Rüstungsfirma Helsing.
Die Kleinstadt Tschulym liegt etwa 130 km westlich der Hauptstadt Nowosibirsk. In der Stadt und im dazugehörigen Bezirk leben rund 20.000 Menschen - Tendenz rückläufig. Die Gegend ist landwirtschaftlich geprägt, etwa ein Drittel aller Erwerbstätigen arbeiten in diesem Bereich.
Ein Denkmal erinnert an die Toten aus den sowjetischen und russischen Kriegen. Im Krieg in Afghanistan sind zwei Soldaten aus dem Bezirk getötet worden, in den Tschetschenienkriegen wurden acht Männer getötet und im aktuellen Krieg gegen die Ukraine wurden bisher 113 Namen eingraviert.
Setzt man jene 113 Kriegtoten ins Verhältnis zur Bevölkerung, so würde jene Region an zweiter Stelle aller russischen Regionen in unserer entsprechenden Tabelle stehen.
Peter Frankopan ist Professor für Weltgeschichte an der Universität Oxford. In einem Essey über Wladimir Putin zitiert er den exilrussischen Telegram-Kanal „Astra“. Astra selbst zitiert in einem Beitrag eine/n Z-Blogger/in „Agna Becker“ der/die den Telegram-Kanal „Haus unter Lorbeeren“ betreibt. Agna Becker wiederum zitiert „unabhängige Studien von 'N' “ und damit kommen wir zur eigentlichen Nachricht.
Nach dieser Studie würde die durchschnittliche Überlebensdauer eines Soldaten bei einem Angriff an den vordersten Positionen nur 20 - 35 Minuten betragen. Laut der selben Studie betrage die „durchschnittliche Lebenserwartung“ eines Soldaten von der Zeit seiner Ankunft auf dem Übungsplatz bis zu seiner Abreise in den Kampfgebiet von zehn Tagen bis zu drei Wochen.
Ganz unrealistisch sind diese Aussagen nicht, wie unsere vielen Beispiele über Kurzzeitsoldaten zeigen. Wir haben Agna Becker angeschrieben und um einen Link auf die Originalveröffentlichung gebeten. Eine Antwort ist nicht zu erwarten.
„Ich freue mich auf meinen Tod“ ist der Titel einer bekannten Kantate von Johann Sebastian Bach. Die ist dem Autor spontan zum unten veröffentlichten - KI-generierten - Video eingefallen. In diesem werden 46 russische Soldaten vorgestellt, die alle aus der Großstadt Artjom oder deren näheren Umgebung in der Region Primorje stammen. Zur Erinnerung - die Region Primorje liegt im Fernen Osten Russlands. Die Soldaten im Video werfen ihre Waffen weg, lachen dabei und schreiten ins Nirwana.
Wieviel sinnvoller wäre es gewesen, wenn all diese Soldaten sich diesem verbrecherischen Krieg verweigert und gemeinsam ihre Waffen niedergelegt hätten? Sie wären zumindest lebend nach Hause gekommen. So dürfte auch diese KI-generierte Schmonzette keine Hilfe und Trost für ihre Angehörigen darstellen.
Im ersten Quartal 2026 floss beinahe jeder zweite Rubel aus dem russischen Staatshaushalt in das Militär. Das berichtet ein Mitarbeiter der deutschen Stiftung Wissenschaft und Politik in seinem aktuellen Rundschreiben. Ganz genau betragen die militärischen Ausgaben inzwischen 46% des gesamten russischen Haushalts.
Am 01.08.1914 ist Deutschland in den Ersten Weltkrieg eingetreten, am 11. November 1918 unterzeichnete eine deutsche Delegation den Waffenstillstand. Berechnet man die Zeitspanne des Krieges, so kommt man auf 1.564 Tage Krieg.
Am 24.02.2022 begann die zweite russische Invasion der Ukraine. Bis zum heutigen Tag gerechnet sind das inzwischen 1.570 Tage Krieg, der Konflikt dauert also inzwischen länger als der Erste Weltkrieg - trotz zwischen 300.000 und 500.000 russischen und vermutlich 100.000 ukrainischen Kriegstoten, all den Kriegsversehrten und unermesslicher Zerstörung der Lebensgrundlage der Menschen in der Region. Und noch immer ist kein Ende in Sicht.
Und zur Erinnerung: Die erste russischen Invasion in der Ukraine fand bereits im Jahr 2014 statt, als Russland die Krim gewaltsam annektierte und russische Geheimdiensttruppen in den Donbass einsickerten.
Das Dorf Uinskoje liegt in der russischen Region Perm mit etwa 4.000 Bewohnern. Vermutlich wurde in diesem Dorf ein Versuchsballon gestartet. In einer Information auf der VKonatkte-Seite der „Verwaltung des Stadtbezirks Uinsky“ wurde eine Anzeige der Verwaltung veröffentlicht. Danach werden Frauen in der Region Perm für den Kriegseinsatz rekrutiert. Die Behörden versprechen ein Gehalt von 210.000 Rubel pro Monat und einen Bonus von 1,5 Millionen Rubel für die Unterzeichnung eines Vertrags mit dem russischen Verteidigungsministerium. Der Vertrag soll eine Laufzeit von einem Jahr beinhalten. (Allerdings können solche Verträge laut einem Erlass des Präsidenten so lange verlängert werden, solange die Mobilisierung nicht aufgehoben ist.)
Laut dem Informationstext können nur Frauen zwischen 18 und 35 Jahren einen Vertrag als Drohnenpilotin unterzeichnen, Frauen unter 45 Jahren dürfen sich für Positionen als Fahrerin für humanitäre Hilfstransporte bewerben.
Die Informationsseite wurde inzwischen gelöscht. Allerdings ist es uns gelungen, noch einen Screenshot der betreffenden Anzeige zu sichern (Original, deutsche Übersetzung.).
Die russische Zensur verbietet die genaue Berichterstattung über die vielen ukrainischen Drohnenangriffe auf Erdölraffinerien und Militärstützpunkte im ganzen Land. Die örtlichen Medien berichten deshalb nur sehr zögerlich über die Resultate und zitieren lieber staatliche Erfolgsmeldungen, dass wieder eine Vielzahl von Drohnen abgeschossen wurden.
In den Kommentaren zu den Berichten der großen lokalen Medien ließen die Bürger ihrer Wut freien Lauf und verspotteten Behörden und Regierung. Wir haben mehrfach solche Kommentare veröffentlicht.
In den letzten Tagen gab es erneut Drohnenangriffe auf die Region Krasnodar und St. Petersburg. Wieder wurde im Raum Krasnodar eine Erdöl verarbeitende Anlage in Brand gesetzt und bei St. Petersburg wurde ein Munitionslager angegriffen. Es kam zu Explosionen, die Bevölkerung in der Nähe wurde evakuiert.
Leserkommentare zu den Berichten von Fontanka in St. Petersburg sind jetzt nicht mehr möglich, die Funktion wurde deaktiviert.
Die russische Staatsbank hat eine neue Tabelle über ihre Währungsreserven bis einschließlich 1. Mai veröffentlicht. Danach verkauft die Zentralbank seit Jahresanfang monatlich eine beträchtliche Menge an Gold - insgesamt knapp 28 Tonnen.
Russland dürfte durch den Verkauf etwa 3,7 Milliarden Euro eingenommen haben. Das russische Staatsvermögen wird aber nur zu einem geringen Teil, wenn überhaupt, bei den Bürgern ankommen. Der Staat benötigt die Einnahmen, um seinen Krieg gegen die Ukraine zu finanzieren.
„Udmurtien gegen Koruption“ ist ein Telegram-Kanal, über den wir auch Meldungen über russische Kriegstote aus der russischen Teilrepublik Udmurtien beziehen. Der Gründer des Kanals, Iwan Elisejew, hatte bis zum Jahr 2021 das regionale Büro Alexej Nawalnys geleitet. Ende 2021 verließ auch Elisejew Russland, um einer Verhaftung zu entgehen.
„Udmurtien gegen Koruption“ wurde inzwischen in das russische Register der „ausländischen Agenten“ aufgenommen. Iwan Elisejew wurde aktuell vom russischen Innenministerium zur Fahndung ausgeschrieben.
Am 13. und 14. Mai startete Russland den größten Drohnenangriff auf Kiew und die gesamte Ukraine. Moskau setzte 1.567 Drohnen und 56 weitere Raketen ein. Allein in Kiew wurden 24 Menschen getötet.
Zwei Tage später griffen ukrainische Drohnen zum ersten Mal in großem Umfang die Region Moskau an. Ziele waren eine Erdölraffinerie und Betriebe mit militärischer Produktion. Mindestens drei Menschen wurden getötet.
Zum Bericht des Moskauer Internetportals MSK1 über die Schäden, gab es auch einige interessante Kommentare:
Das WZIOM ist ein staatliches Meinungsforschungsinstitut in Russland, das größte seiner Art im Land. Es veröffentlicht regelmäßig Untersuchungen über die Beliebtheitswerte des Präsidenten, der russischen Regierung und der Stimmung im Land. Im April 26 berichtete das Institut, dass die Zustimmungswerte zur Amtsführung des Präsidenten auf 65,6% gefallen wäre. Dem Ministerpräsidenten und seine Regierung bescheinigte das Institut Zustimmungswerte von 44,3%, bzw. 39,7%. Für eine deutsche Regierung wären das beruhigende Werte, im autoritären Staat Russland geht so etwas nicht.
Im Mai 2026 änderte WZIOM dann die Methodik - und siehe da, die Werte für Putin wurden besser. Zitat:
Laut den Ergebnissen einer gemeinsamen Umfrage unter Russen lag die Zustimmungsrate für die Leistung des Präsidenten im Zeitraum vom 4. Mai bis 10. Mai 2026 bei 66,8 %. Die positive Bewertung der Arbeit des Premierministers und der russischen Regierung in der vergangenen Woche betrug 42,2 % bzw. 38,9 %.
Damit kann Präsident Putin ganz gut leben und alle aktuellen politischen Probleme an seine Regierung adressieren.
Damit alles passt, hat WZIOM diesmal seine Methodik verändert. Statt einer reinen Telefonbefragung der Bürger, ist man jetzt zusätzlich von Haustüre zu Haustüre gegangen und hat die Menschen direkt angesprochen.
Frage an unsere Leser: Würden Sie in einem autoritären Staat eine ehrliche Antwort geben, wenn ein Unbekannter vor ihrer Tür steht und Sie nach Ihrer Meinung zum Präsidenten befragt? Auch wenn der Frager versichern würde, alles bliebe anonym?
Jeder deutsche Bundeskanzler wäre glücklich und froh, wenn er die Zustimmungswerte des russischen Präsidenten auch nur annähernd erreichen könnte. Die lagen seit Beginn des Angriffskrieges stabil bei über 80% in der russischen Bevölkerung.
Doch Unruhe kommt auf, das einzig verbliebene, unabhängige russische Meinungsforschungsinstitut, das Lewada-Zentrum, berichtet von ihrer letzten Umfrage vom 30.04.26:
Die Zustimmungswerte für Wladimir Putin als Präsident lagen im April 2026 bei 79 Prozent und sind in den vergangenen sechs Monaten kontinuierlich gesunken – um 8 Prozentpunkte seit September 2025. 16 Prozent der Befragten missbilligen die Amtsführung des Präsidenten (ein Anstieg um 5 Prozentpunkte seit September 2025). Dies ist das erste Mal seit Herbst 2022, dass dieser Wert unter 80 Prozent gefallen ist.