28.02.2026 -- 190.974 // Zuwachs zum 31.01.2026: 8.084

Veronika Welmedowna Welmedowa, Jahrgang 2002, war im Jahr 2023 als Freiwillige in die von Russland besetzte Region Cherson in der Ukraine gekommen. Zunächst arbeitete sie als Dorflehrerin, danach wurde sie Polizistin. Am 28.02.2026 nahm sie in der ukrainischen Stadt Skadowsk an einer Versammlung russischer Polizisten in einer Polizeistation teil. Die Versammlung wurde verraten, ein ukrainisches Geschoss tötete fünf Polizisten, darunter auch Veronika. Am 5. März wurde sie in Baschkortostan beigesetzt.

Nachdem die Aufmerksamkeit zu unseren Veröffentlichungen wächst, eine kurze Information zu OskarMaria.
Unter diesem Pseudonym war der Initiator im Internet seit über 25 Jahren recht unregelmäßig präsent. Ab dem Jahr 2014 hat er hier über die Situation in den von Russland besetzten Gebieten des Donbass geschrieben. Als einer der ersten Journalisten überhaupt informierte er über die damals neu gegründete Gruppe Wagner.
Beruflich war er seit den 80-iger Jahren Geschäftsführer von diversen Medienunternehmen im Printbereich. Jetzt im Ruhestand, Kinder erwachsen, bleibt etwas mehr Zeit, die gesammelten Erfahrungen zusammen mit wenigen Mitstreitern für dieses Projekt zu nutzen.
Nachtrag: OskarMaria– das ist eine kleine Verbeugung vor dem beinahe vergessenen Schriftsteller Oskar Maria Graf. In Zeiten der Bücherverbrennungen wurden seine Werke von den Nazis verschont, ja sogar teilweise empfohlen. „Verbrennt mich!“ schrieb er 1933 in der Wiener Arbeiterzeitung, „nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbanden gelangen!“ Schließlich floh er in die USA – dort lebte er in bescheidenen Verhältnissen. Deutschland wollte den unbequemen Mann nach dem Krieg nicht wieder haben. Er starb 1967 in New York.
Literaturempfehlung: Wir sind Gefangene - Autobiograhie 1927.
Die russische Regierung plant, alle Ausgaben im Bundeshaushalt um 10% zu kürzen. Ausgenommen davon wären Sozialausgaben, die Kriegskosten und die Unterstützung der Familien der Soldaten. Damit soll das Defizit im Staatshaushalt begrenzt werden.
Das russische Finanzministerium gab am 10. März 2026 bekannt, dass das Haushaltsdefizit in den ersten beiden Monaten 2026 bereits 3.449 Billionen Rubel bzw. 1,5 % des BIP (Bruttoinlandsprodukt) erreicht hat. Geplant war ein Defizit von 3.786 Billionen Rubel bzw. 1,6 % des BIP für das ganze Jahr 2026.
Zur Erinnerung: In Russland können verschuldete Männer, wenn sie sich als Zeitsoldaten länger als ein Jahr verpflichten, sich von Darlehens- und Hypothekenschulden von bis zu 10 Millionen Rubel (etwa 109.000 €) befreien lassen.
Aus der Region Perm liegen uns dazu konkrete Zahlen vor.
Im Jahr 2025 haben 6.500 Einwohner der Region Perm diese Möglichkeit der Entschuldung ergriffen und einen Vertrag zum Kriegsdienst unterschrieben. Dadurch wurden 22.000 Vollstreckungsverfahren obsolet. Die Gesamtsumme aller erlassenen Schulden betrug 968 Millionen Rubel.
Das bedeutet, dass im Durchschnitt 149.000 Rubel Schulden erlassen wurden. Der Betrag entspricht etwa 1.626 €, trotz der höheren Kaufkraft des Rubels in Russland ein geringer Betrag für das Risiko einer schweren Verletzung oder des Todes.
„Wir sind bereit, uns zu ergeben. Wir sind erschöpft. Wir haben seit drei Wochen nichts gegessen. Wir brauchen Nahrung und Kommunikationsmöglichkeiten“ lautet der Text auf dem Plakat.
Wir haben die russische Strategie der Infiltration der gegnerischen Linien einzeln oder in kleinen Gruppen schon öfters vorgestellt. Das ist ein mögliches Resultat. Im Raum Liman, Region Donezk, hat eine Drohne dieses Plakat aufgenommen. Geschrieben wurde es von russischen Soldaten, die von ihrem Kommandeur im Stich gelassen wurden. Das ist bei dieser Kampftaktik keine große Sache, die meisten Angreifer überleben sowieso nicht. Vielleicht hatten diese Soldaten Glück und wurden gefangen genommen.
Nabereschnyje Tschelny ist mit rund 550.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt in der russischen Teilrepublik Tatarstan. Der Militärkommissar der Stadt, Raschid Iljassow (Foto), hat gegenüber der Presse ein paar Angaben zur Rekrutierung für den Kriegsdienst in der Ukraine gemacht. Danach hat die Stadt 1.400 Soldaten rekrutiert und in das Kriegsgebiet geschickt. Plan erfüllt! Im aktuellen Jahr sollen 1.500 neue Soldaten gewonnen werden. „Insgesamt hat die Republik letztes Jahr ihr Jahresziel um 110 % übertroffen. Die Vertragssoldaten kommen nicht nur aus der Stadt, sondern aus ganz Russland. Weil die Motivation in Tatarstan sehr hoch wäre“, sagte der Kommissar. Wenn er von Motivation spricht, meinte er wahrscheinlich die hohen Antrittsprämien, die aktuell 3,1 Millionen Rubel (etwa 33.600 €) betragen
Tatarstan hat in absoluten Zahlen mit 8.246 Kriegstoten bis zum 31.12.25 die zweithöchste Todesrate in ganz Russland.
Ein Foto von seinem „Heldenschreibtisch“. Anmerkung: Den Boxer Wladislaw Jurkewitsch, links auf dem Heldenschreibtisch, haben wir hier vorgestellt.
Im Jahr 2013 saßen etwa 700.000 Häftlinge in Russlands Haftanstalten. Diese Zahl hat sich inzwischen mehr als halbiert. Wladimir Dawydow, stellvertretender Vorsitzender des Obersten Gerichtshofs Russlands, nannte dazu aktuelle Zahlen: „308.000 Bürger befinden sich in Gefängnissen und Untersuchungshaftanstalten. […] Auch die Zahl der Untersuchungshäftlinge ist mit 89.000 Personen auf einem historischen Tiefstand“. Seine Begründung für diesen Rückgang ist allerdings skurril: „Dies ist das Ergebnis eines Kurses hin zu einer humaneren Gesetzgebung und Strafverfolgungspraxis“.
Richtiger wäre, Russland verheizt seine Strafgefangenen im Krieg gegen die Ukraine. Der ukrainische Geheimdienst veröffentlichte Anfang 2025 eine Schätzung von 140.000 - 180.000 Gefangenen, die vom russischen Militär für den Krieg rekrutiert wurden. Im Jahr 2025 kam sicher noch eine beachtliche Anzahl dazu.
Das einzige Foto von Schamil, das wir auf seinem VKontakte-Status vom 14.04.2028 gefunden haben. Es gibt noch ein Foto von seinem „Heldenschreibtisch“.
Wie dringend die russische Regierung neue Freiwillige für den Krieg in der Ukraine benötigt, zeigen diese Aufnahmen aus den Straßen von Moskau. Überall in der Stadt finden sich solche Webetafeln. Dabei geht es nicht mehr um die ideologische Rechtfertigung des Krieges wie „Kampf gegen den Faschismuss oder die Nato“, sondern nur noch um Geld: „Steigen Sie in die Drohnenstaffel ein und verdienen Sie dasselbe wie ein Lehrer in Belgien“. Der unbefangene Leser dieser Werbetafeln könnte meinen, dass man nach Vertragsunterzeichnung irgendwo in einem Kontrollzentrum sitzt - fernab jedweder Gefahr, Drohnen bedient und dabei Millionen Rubel scheffelt. Doch das ist falsch - es gibt keine speziellen Verträge für Freiwillige als Drohnenpiloten. Das Militär schickt die Männer mit neuen Zeitverträgen dorthin, wo gerade der Personalstand niedrig ist. Und so scheitern viele Hoffnungen auf ein gutes Leben in den Todeszonen an der Front.
Russland musste im Januar 2026 nach langer Zeit wieder auf seine Goldreserven zurückgreifen und hat 300.000 Feinunzen Gold verkauft. Wer mit dem Begriff Feinunze nichts anfangen kann, eine Unze entspricht etwa 31 Gramm. Russland hat folglich mehr als neun Tonnen Gold verkauft und damit ungefähr 1,2 Milliarden € erlöst. Damit lässt sich das Loch, das der Krieg gegen die Ukraine in den russischen Haushalt reißt, zumindest teilweise stopfen.
Zudem hat Russland noch Glück mit seinen Goldreserven. Auf Grund der weltweiten Unsicherheiten gilt Gold als sichere Anlage und die Nachfrage wächst. So ist der Goldpreis im letzten Jahr stark gestiegen und die etwas geringeren russischen Reserven sind trotzdem mehr wert als im Jahr 2024.