Damit unsere Kurznachrichten-Rubrik nicht überläuft, wollen wir sechs russische Kurzzeitsoldaten in einem Beitrag vorstellen. Wir schätzen grob, dass zwischen einem Viertel und einem Drittel der Zeitsoldaten die ersten drei Monate an der Front nicht überlebt.

Die bevorzugten Kandidaten für Selbstmordangriffe kommen in der Regel aus den russischen Gefängnissen. Diese werden zuallererst auf die gefährlichsten Missionen geschickt. Selbst Verwundungen wie ein steifes Bein, gebrochenes Schlüsselbein oder noch nicht ausgeheilte Wunden werden bei dieser Gruppe ignoriert und man hetzt die „Simulanten“ an die vorderen Linien.

Grigori Andrejewitsch DjatschkowDer erste Skandal um das kurze Leben von Grigorij Andrejewitsch Djatschkow begann im August 2025. Gregorij lebte in der sibirischen Großstadt Tjumen und war am 21. Juli 2025 volljährig geworden. Bereits einen Monat danach , am 22. August, unterzeichnete er einen Vertrag mit dem russischen Militär. Seine Mutter Angela hatte ihn nicht aufgehalten. 

Der zweite Skandal folgte zugleich. Ohne militärische Vorkenntnisse und kaum an der Front angekommen, wurde Grigorij sofort als Fahrer-Mechaniker in einem Angriffszug eingesetzt. Seine gewissenlosen Kommandanten schickten den jungen Kerl vom 16. auf den 17. September auf seinen ersten Kampfeinsatz, von dem er nicht zurückkehrte. Seit dem 23. September galt er als vermisst.

Und weil das nicht alles schlimm genug ist, gab es dann auch noch kafkaeske Umstände rund um die Beisetzung von Grigorij, die zeigen, wie die militärische Bürokratie noch in der sowjetischen Vergangenheit feststeckt.

Halbstadt Altai Krai 1

 Dorf Halbstadt im Deutschen Nationalbezirk in der Region Altai -- Foto: vlakon1986 -- Lizenz: CC BY-SA 3.0

Wir befinden uns im Westen der Region Altai nahe der Grenze zu Kasachstan. Die Gegend ist landwirtschaftlich geprägt und liegt am Rande der Kulundasteppe. Zentrum des Gebiets ist die Stadt Slawgorod mit rund 27.000 Bewohnern - Tendenz stark fallend. Das Gebiet um Slawgorod ist das verbliebene Hauptsiedlungsgebiet der Russlanddeutschen. Deren Zentrum ist der Deutsche Nationalbezirk, der an den Bezirk Slawgorod angrenzt.

Zur Zeiten der Perestroika gab es im deutschen Nationalbezirk noch etwa 18.400 Russlanddeutsche, im Jahr 2010 sind davon gerade noch 4.700 geblieben.

Auf Grund der bescheidenen Lebenssituation melden sich auch viele Bewohner dieser Region freiwillig zum Krieg gegen die Ukraine und werden getötet.

Iwan Jurjewitsch Köberlein

Iwan Jurjewitsch Köberlein

Wer aus Oberschwaben in Baden-Württemberg kommt, hat sicher mal was von der Rockband „Schwoißfuß“ gehört, der Gründer hört auf den Nachnamen Köberlein. Dieser Nachname kommt aus dieser Region.
Der Tod von Iwan Jurjewitsch Köberlein wurde nur durch eine Liste des ukrainischen Projekts „Ich will leben“ bekannt. Iwan wurde am 23.12.1992 geboren, stammte aus der westsibirischen Großstadt Omsk und wurde am 2. Januar 2024 in der Ukraine getötet.
Iwan saß wegen mehrfachen Diebstahls in Haft und stand danach unter staatlicher Aufsicht: Obligatorisches Erscheinen bei der Behörde für innere Angelegenheiten am Wohnort, Aufenthaltsort oder tatsächlichen Aufenthaltsort 2 (zwei) Mal pro Monat zur Meldung, Verbot, die Stadt Omsk zu verlassen, Verbot, sich nachts zwischen 22:00 und 06:00 Uhr außerhalb der Wohnräume aufzuhalten.
Beziehungen nach Deutschland haben wir bei Iwan nicht gefunden,

Maxim Wladimirowitsch Schneidmüller

Maxim Schneidmüller

Der Tod von Maxim wurde durch eine Liste aus der Stadt Slawgorod in der Region Altai bekannt. 60 Kriegstote aus der Stadt mit gerade mal 27.000 Einwohnern wurden aufgezählt - darunter auch viele deutsche Nachnamen.
Maxim Schneidmüller wurde am 29.01.2003 geboren und am 06.09.25 in der Ukraine getötet. Anfang Oktober 2025 suchte seine Ehefrau öffentlich nach ihm. Warum er in den Krieg zog, war nicht zu erfahren.
Das Foto mit der Maschinenpistole stammt aus seinem persönlichen VKontakte-Account, er war damals 16 Jahre alt.
Ein russlanddeutscher Hintergrund ist sehr sicher, in Slawgorod lebt eine bedeutende deutsche Minderheit - siehe auch unser kommenden Beitrag über die Region um die Stadt.

Witali Alexandrowitsch Günter 

Witali Günter

Witali Alexandrowitsch Günter (14.10.1978 - 14.12.2025) stammte aus dem Dorf Borowicha mit über 6.000 Bewohnern in der Region Altai. Das Dorf ist durch den Bau der Westsibirischen Eisenbahn entstanden. Und Witali  nennt als Arbeitgeber auch die Russische Eisenbahn.

Witali scheint zuletzt in St. Petersburg gelebt zu haben, das gibt er zumindest auf seinem VKontakte-Status an.

Sein Motto: Wie schmerzhaft es ist, sich in Menschen zu irren. Das Schicksal selbst lehrt uns eine Lektion… Wenn du ihnen deine Seele auf dem Silbertablett anbietest… bespucken sie sie…

Sein letzter Eintrag in seinem Status stammt aus dem April 2025, danach zog er in den Krieg.

Warum Witali sich freiwillig meldete, konnten wir nicht erfahren. Es gibt schwache Hinweise, auf einen russlanddeutschen Hintergrund.

Im Zeitraum zwischen Januar und April 2025 haben wir 258 Namen unter den russischen Kriegstoten entdeckt, die deutschen Ursprungs sein können - aber nicht sein müssen. Insgesamt dürften es inzwischen mehr als 1.800 russische Kriegstote geben, deren Namen auf eine russlanddeutsche Abstammung schließen lassen. Um uns nicht zu wiederholen, verweisen wir auf unseren entsprechenden Beitrag vom Mai 2025. 

In der folgenden Liste sind die Namen nach Regionen und Erfassungsdatum sortiert.

Alkatwaam

Dorf Alkatwaam in Tschukotka

Das Dorf Alkatwaam in Tschukotka kann man nicht über eine Straße erreichen. Es gibt eine etwa 20 km lange Schotterpiste zum nächsten Ort und an die Küste des Beringmeers, wo sich ein Hafen und ein kleiner Flugplatz befindet.  Das Dorf besitzt eine Schule, einen Kindergarten, eine Bibliothek, ein Gemeindezentrum, eine Krankenstation, ein Postamt, einen Laden und eine Bäckerei. Die Bewohner leben von der Rentierzucht und dem Fischfang.

Aber auch dieses Dorf hat die Schwindsucht, 2010 lebten dort noch 299 Menschen, im Jahr 2023 zählte man nur noch 166. Bisher haben wir  sechs Männer erfasst, die im fernen Krieg in der Ukraine getötet wurden:

Alischer und Artem

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine dauert jetzt über vier Jahre und es war nur eine Frage der Zeit, bis wir einen neuen Geburtsjahrgang unter den russischen Kriegstoten antreffen würden. Heute können wir euch die ersten russischen Kriegstoten vorstellen, die im Jahr 2008 geboren wurden. Zu Beginn des Krieges waren die beiden Jungs gerade mal 14 Jahre alt und beide hatten es nach ihrem 18. Geburtstag offensichtlich eilig, sich freiwillig zum Kriegsdienst in der Ukraine zu melden.

Alischer Alexejewitsch Swirin (Foto links) wurde am 21. Februar 2008 geboren und kam aus dem Bezirk Pawlowsk-Possad in der Oblast Moskau.  Artem Nikolajewitsch Derewzow (Foto rechts) wurde am 25.02.2008 in der Stadt Borsja in Transbaikalien geboren und am 5. Mai 2026 getötet. Alischer und Artem - beide waren gerade mal 70 Tage lang 18 Jahre alt.

31 05 26Nach unserer bewährten Hochrechnung dürften die russischen Verluste inzwischen bei 356.000 Kriegstoten und zusammen mit den Kriegsversehrten bei 1,3 Millionen russischen Kriegsopfern liegen. Der britische Geheimdienst schätzt noch weit höhere Zahlen - er geht von 500.000 russischen Kriegstoten aus.

Kein Grund für den russischen Präsidenten in ernsthafte Friedensverhandlungen einzusteigen. Er bleibt bei seinen Maximalforderungen, die im Resultat die totale Unterwerfung der Ukraine unter das russische Diktat bedeuten würden und keine Garantie bieten, dass Russland erneut militärisch gegen die geschwächte Ukraine vorgehen würde.

Wir fragen uns täglich: Was ist das für eine russische Regierung, die jeden Monat zwischen 30.000 und 35.000 russische Männer durch Verletzung und Tod opfert, um wieder ein paar Quadratkilometer verwüstetes ukrainisches Land zu erobern?

Ayon Beisetzung

Beisetzung von Petr Wukwugwe (32 Jahre) und Konstantin Rochgyn (18 Jahre) am 21.04.26 auf der Insel Aion

Aion so heißt eine Insel  mit etwa 2.000 km² Fläche westlich der Tschaunbucht in der Ostsibirischen See ganz im Nordosten Sibiriens. Aion heißt auch das einzig bewohnte Dorf auf der Insel, dessen Bewohnerzahl stetig schrumpft - ob der kargen und kalten Lebensumstände und ob des Krieges gegen die Ukraine.

Alexei UminskyAlle großen Glaubensgemeinschaften in Russland unterstützen den russischen Angriffskrieg. Der russisch-orthodoxe Patriarch Kirill hat kürzlich eine Ikone an die russischen Streitkräfte übergeben, „mit dem Wunsch nach Gottes Hilfe und Kraft bei der Erreichung der für das Vaterland notwendigen Ergebnisse, die heute erzielt werden, auch auf dem Schlachtfeld.“ Aber auch die geistlichen Führer der russischen Muslime und der Buddhisten stehen hinter dem Kriegsabenteuer von Wladimir Putin. Einzige Ausnahme ist der in den USA geborene kalmückische Lama Telo Tulku Rinpoche, der sich schnell in die Mongolei absetzten musste.

Doch nicht alle orthodoxen Priester sind mit dem Kriegskurs ihrer Kirche einverstanden. Wer keine Gebete zur Unterstützung der russischen Armee spricht, wird aus seinem kirchlichen Amt schnell entfernt. Knapp 50 russisch-orthodoxe Prister wurden bereits deshalb entlassen. Bekanntestes Gesicht ist Alexej Anatoljewitsch Uminski (Foto links), der bis Januar 2024 Erzpriester des Moskauer Patriarchats und Rektor der Dreifaltigkeitskirche in Chochly bei Moskau war. 

Ernest Nikolajewitsch Saltykow

„Ein gesegnetes Andenken dem Helden! Meine Seele ist voller Trauer... Wie viele Kinder werden nie wieder nach Hause zurückkehren? Wie viele Mütter werden ihre Söhne nie wiedersehen? Wann wird das endlich ein Ende haben?!“, schreibt Nadeschda S. zum Tod von Ernest Nikolajewitsch Saltykow, 23 Jahre aus dem Dorf Jar-Sale

Getreidespeicher Bezirk Mamontow

Getreidespeicher im Bezirk Mamontowski -- Foto: pav1898  -- Lizenz: CC BY 3.0

Mit dem Bezirk Mamontowski führen wir unsere Reihe der ländlichen oder abgelegenen Bezirke in Russland fort, die beinahe vollständige Listen über die im Krieg gegen die Ukraine gefallenen Soldaten führen. In dieser Reihe haben wir den Bezirk  Krasnotschikoisky in Transbaikalien, die Stadt Arsenjew in der Oblast Primorje und den Bezirk Toptschicha in der Region Altai vorgestellt.

Der Bezirk Mamontowski liegt im Zentrum der Region Altai. Im Jahr 2025 wurden 17.263 Bewohner gezählt. Der Bezirk ist landwirtschaftlich geprägt mit einem Schwerpunkt im Getreideanbau. Die folgende Liste enthält  97 Kriegstote, umgerechnet bedeutet das 562 Tote auf 100.000 Bewohner. Ein sehr hoher Wert, die gesamte Region Altai kommt nach unserer Statistik vom März 2026 auf einen Wert von 148 Tote auf 100.000 Menschen.

Es gibt zahlreiche Hinweise darauf, dass Russland in diesem Jahr nicht genügend Zeitsoldaten rekrutieren konnte, um die Verluste an der Front auszugleichen. Wir hatten hier bereits darüber berichtet.

Will die russische Armee ihre erklärten Ziele – nämlich die Eroberung des gesamten Donbass erreichen, dann benötigt sie Soldaten, Soldaten, Soldaten.

Das gestaltet sich zunehmend schwieriger, dazu ein paar Ausführungen:

Die Prämien für den Abschluss eines Vertrages zum Kriegsdienst bleiben stabil auf hohem Niveau. In den meisten russischen Regionen ist die finanzielle Situation angespannt, die Haushalte weisen ein ständig steigendes Defizit aus. Trotzdem werden erhebliche Prämien ausgeschüttet, damit die staatlichen Vorgaben an neuen Freiwilligen erfüllt werden können. 400.000 Rubel (etwa 4.700 €) davon zahlt die Zentralregierung, der Rest muss von den Regionen finanziert werden. Je nach Region betragen deshalb die Prämien 800.000 Rubel (rund 9.500 €) bis zu 5,5 Millionen Rubel (rund 54.000 €).

Es ist völlig egal, aus welcher russischen Region der Freiwillige kommt. Dort wo er die Unterschrift leistet, wird die Prämie fällig. So gibt es einen Prämientourismus quer durch Russland hin zu der Region, wo die höchsten Zahlungen erfolgen.

Für Männer, denen das Wasser bereits bis zum Hals steht oder besser, der Gerichtsvollzieher zum Pfänden in der Wohnung steht, gibt es jetzt die Möglichkeit, seine Schulden durch eine Vertragsunterschrift abzuwenden.

Valery Viktorowitsch Awerin

Russischen Studenten wurde Ende 2025 bis Anfang 2026 ein lukrativer Job angeboten. Sie konnten ein Urlaubsjahr von ihrer Ausbildung einlegen, bekamen danach garantiert ihren Studienplatz zurück, wenn sie einen Zeitvertrag mit dem russischen Militär abschlossen und sich als Drohnenpiloten ausbilden ließen. Jede Berufsschule und Universität sollte mindestens zwei Prozent ihrer Auszubildenden für das Programm abstellen. Wir haben darüber berichtet (Link 01, 2, 3). All diesen Studenten wurde ein sicherer Job fernab der Front versprochen.

Bereits jetzt ist der erste Drohnenpilot aus diesem Programm wieder nach Hause gekommen: Valery Viktorowitsch Awerin aus dem Dorf Bolschaja Kudara in Burjatien. (Foto)

Anjuisk

Dorf Anjuisk im Autonomen Kreis der Tschuktschen -- Foto: AlGaman  -- Lizenz: CC BY-SA 3.0

Das Dorf Anjuisk liegt im Nordwesten des Autonomen Kreises der Tschuktschen an der Grenze zu Republik Sacha (Jakutien). Im Gegensatz zu vielen anderen Dörfer der Region besteht die Bevölkerung mehrheitlich aus Ewenen. Doch die Bevölkerung nimmt stetig ab, im Jahr 2023 lebten noch 380 Menschen im Dorf. Anjuisk liegt 255 km vom Bezirkszentrum Bilibino und 800 km von der Hauptstadt Anadyr entfernt. Die durchschnittliche Tagestemperatur über das ganze Jahr hinweg beträgt -6,7° Celsius.

Einer der Bewohner des Dorfes war Wsewolod Alexejewitsch Nesterow, geboren im Jahr 1990, verheiratet, drei Söhne, gefallen am 4. Juli 2025 im Krieg gegen die Ukraine. Seine Geschichte wollen wir heute erzählen.

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 Konergino mit einem Quadcopter fotografiert -- Foto: Thabigd -- Lizenz: CC BY-SA 4.0

Das Tschuktschen-Dorf Konergino liegt etwa 200 km nördlich von Anadyr, dem Verwaltungszentrum des Autonomen Kreises der Tschuktschen. Es gibt keine Straßen hin zum Dorf. Über den Sommer kann man das Dorf mit dem Schiff erreichen, in der kalten Jahreszeit gibt es eine Winterstaße über die zugefrorene Bucht und ansonsten fliegt ein Hubschrauber gelegentlich das Dorf an.

Die Haupterwerbszweige der Einheimischen sind Rentierzucht und Fischerei. Viele Gebäude im Dorf befinden sich in einem baufälligen Zustand, Alkoholismus ist im Dorf verbreitet und die Menschen wandern ab. Im Jahr 2001 lebten noch 460 Menschen im Dorf, im Jahr 2021 waren es nur noch 262 Bewohner. So ist es ein leichtes Unterfangen, mit viel Geld junge Menschen aus diesem abgelegenen Dorf  für den Krieg in der Ukraine zu rekrutieren. Jetzt wurde der Tod des 19-jährigen Juri Ettywal bekannt.

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat im Land unvorstellbare Umweltschäden angerichtet. Die Schutzhülle um das ehemalige Kernkraftwerk Tschernobyl wurde beschädigt, der Kachowka-Staudamm wurde gesprengt und hat hunderte Quadratkilometer Land überflutet und landwirtschaftliche Nutzfläche zerstört.  Die Erde im Kriegsgebiet ist von Granat- und Bombensplittern durchzogen, überall finden sich giftige Rückstände von Artilleriemunition. Zehn Millionen Hektar Land sollen in der Ukraine davon betroffen sein.

Aktuell geht die Ukraine verstärkt gegen die Erdöl- und Erdgasindustrie Russlands vor, deren Erlöse den Krieg am Laufen halten. Zunächst wurden in der Region um St. Petersburg Erdöl verarbeitende Anlagen zerstört, Ende April bis Anfang Mai zerstörten ukrainische Drohnen Erdölanlagen in Tuapse am Schwarzen Meer und in der Stadt Perm im Ural. Die Anlagen gingen in Flammen auf und verpesteten die Luft, ein Film aus schwarzem giftigem Ruß und Öl legte sich über die gesamte Umgebung. Die Behörden zeigten sich völlig unvorbereitet und wiegelten ab.

Acht Kurzzeitsoldaten aus Burjatien

Wir haben Lebensläufe von acht Kurzzeitsoldaten in einem Beitrag zusammengefasst, damit unsere Kurznachrichten-Rubrik nicht überläuft. Alle Kriegstoten stammten aus Burjatien und wurden etwa Mitte März 2026 bestattet.

Und nein - Burjatien ist kein Sonderfall, burjatische Soldaten werden nicht bevorzugt auf sogenannte „Fleischangriffe“ geschickt. Solch schneller Tod betrifft russische Soldaten aller Regionen, nur Burjatien dokumentiert seit Beginn des Krieges sehr ausführlich die Vita ihrer Gefallenen.

In anderen Regionen Russlands werden solche Nachrichten gerne unterdrückt. In Baschkortostan zum Beispiel ist die Veröffentlichung von Daten, die auf tödliche Kurzeinsätze schließen lassen, ausdrücklich untersagt. Neue Zeitsoldaten könnten abgeschreckt werden.

Janrakynnot

Janrakynnot  --  Foto: NinaMalich -- Lizenz CC BY-SA 4.0

Janrakynnot ist ein kleines Dorf im Bezirk Prowidenski im Autonomen Kreis Tschukotka. Im gesamten Bezirk leben 3.700 Menschen, im Dorf Janrakynnot lebten 2015 noch 314 Personen. Die Siedlung wurde auf einem festen Felsen erbaut inmitten sumpfiger Tundra. Man blickt vom Dorf aus auf die Beringsee. Der Ort ist in der eisfreien Zeit nur auf dem Wasserweg oder per Hubschrauber erreichbar, ansonsten auch über eine Winterpiste von Prowidenija, die teils über die zugefrorene Meerenge verläuft.

Es gibt kaum Arbeit im hohen Nordosten Russland und das Leben ist hart für die Rentierhirten, Jäger und Fischer. Janrakynnot wird als das Chicago der Region bezeichnet. Alkoholismus und rauer Umgang untereinander gehören zum Alltag. Die Verwaltung der Region lockt diese Menschen mit guten Worten und viel Geld zum Vertragsdienst im Krieg gegen die Ukraine.

Aus diesem kleinen Dorf sind bereits sieben neun Einwohner im Krieg gegen die Ukraine gefallen.

Alexej Viktorowitsch Bondin Russland schickt weiter seine Jugend gnadenlos auf die Schlachtbank in der Ukraine. Unser heutiges Beispiel ist Alexej Viktorowitsch Bondin, geboren am 7. August 2007, aus der Stadt Mineralnyje Wody (Mineralwasser) in der Oblast Stawropol im Süden Russlands.

Alexej absolvierte eine Berufsausbildung an der örtlichen Zweigstelle des „Stawropoler Kooperativen Kollegs“, die er im dritten Studienjahr abbrach und sich freiwillig zum Kriegsdienst verpflichtete.

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