15.01.2026 -- 177.297 // Zuwachs zum 31.12.2025: 3.754

Wachleute, die für den Abriss des Gebäudes des Allunionsforschungsinstituts für Zellstoff- und Papierindustrie (VNIIBa) angeheuert wurden
Am 8. Januar 2026 wurde in St. Petersburg das Gebäude des Allunionsforschungsinstituts für Zellstoff- und Papierindustrie abgerissen, das sieben Jahre lang von Stadtbeschützern und Bewohnern des Stadtteils Wyborgsky verteidigt worden war. Der Abriss wurde von heftigen Auseinandersetzungen zwischen seinen Verteidigern und zahlreichen angeheuerten Sicherheitskräften begleitet. Es kam zur Festnahme von Aktivisten, zur Einleitung von anderthalb Dutzend Verwaltungsverfahren und einem Strafverfahren. Die Namen der Verteidiger des Gebäudes, mit denen Redaktion gesprochen hat, wurden aus Sicherheitsgründen geändert.
Weiterlesen: Die Macht in unserer Heimatstadt St. Petersburg wurde von Banditen übernommen!
Die Ruinen der ukrainischen Stadt Bachmut
Wir haben heute ein historisches Datum erreicht: Am 24. Februar 2022 startete der russische Präsident Wladimir Putin den Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine und wollte die Hauptstadt Kiew in drei Tagen erobern. Seither sind beinahe vier Jahre vergangen - genau 1.417 Tage.
Am 22. Juni 1941 startete Adolf Hitler den Überfall auf die damalige Sowjetunion und Deutschland musste nach anfänglichen Erfolgen am 8. Mai 1945 bedingungslos kapitulieren. Dieser gescheiterte Feldzug für „Lebensraum im Osten“ dauerte damit ebenfalls 1.417 Tage.
Bezirk Bogorod in der Oblast Kirow -- Foto: Ele-chudinovsk -- Lizenz: CC BY-SA 4.0
Der Bezirk Bogorod liegt im Südosten der Oblast Kirow und hat rund 3.500 Bewohner. Wie die gesamte Oblast Kirow ist auch dieser Bezirk schwindsüchtig - die Menschen wandern ab. Um das Jahr 1970 lebten noch 12.000 Menschen im Bezirk Bogorod.
Für den Bezirk gibt es eine privat betriebene Webseite „ www.bogorodskoe43.ru“, die am 9. Dezember 2025 eine Liste der Bewohner der gesamten Oblast Kirow veröffentlicht hat, die im Krieg gegen die Ukraine getötet wurden. Das ist bemerkenswert, denn solche Zusammenstellungen sind in Russland eigentlich verboten, die Zensur wird gerichtlich schnell durchgesetzt und kann zur Schließung der gesamten Webseite führen.
Weiterlesen: Kirows gefallene „Helden“ -- Februar 2022 bis Dezember 2025
| Erfasste russische Kriegstote | |
| Jahr 2022 | 10.600 |
| Jahr 2023 | 29.353 |
| Jahr 2024 | 51.616 |
| Jahr 2025 | 81.974 |
| Summe | 173.543 |
Vorausgeschickt - die folgenden Statistiken basieren auf unserer elektronischen Erfassung der russischen Kriegstoten. Erst bis zum 10.12.25 haben wir die Daten kontrolliert, der Rest steht noch aus. Es sind allerdings keine großen Korrekturen zu erwarten. In der Regel fischen wir wenige doppelt erfasste Namen heraus, aber es kommen auch neue dazu.
Halten wir fest:
Weiterlesen: Das Karussell des Todes dreht sich immer schneller
Ein Krieg in all seinen Facetten ist an Grausamkeit nicht zu überbieten. Aber es gibt auch in diesem Todeschaos immer noch ganz besonders extreme Vorkommnisse. Über 6.000 Beschwerden von russischen Soldaten und deren Angehörigen über Folter, Liqudierung, Bestechlichkeit und die Anordnung von Selbstmordangriffen in der russischen Armee waren öffentlich zugänglich und wurden der New York Times zugespielt. Diese hat am 31.12.2025 einen langen Beitrag zu dem Thema veröffentlicht, der für jedermann aufrufbar ist.
Regelmäßige Leser unserer Beiträge dürfte das alles bekannt vorkommen. Über all die von der New York Times berichten Vorfälle, haben wir bereits berichtet. Besonders herausgestellt wurde von der NYT der Fall von Said Murtasaliew (Foto links), über den wir im August 2025 einen Artikel veröffentlicht haben.
Weiterlesen: Russische Soldaten - von den eigenen Kommandanten gefoltert und getötet
Die ukrainische Stadt Lyman mit ehemals mehr als 20.000 Einwohnern in der Oblast Donezk wird durch ukrainische Truppen gehalten. Allerdings ist die Front nahe. Die Intensität der Kampfhandlungen lässt sich jetzt nicht so sehr an den zerstörten Gebäuden ablesen, sondern vielmehr an der Menge an Glasfaserfäden.
Ukrainische Drohnenaufnahmen zeigen, wie Lyman jetzt aussieht. Die russischen Truppen sind nahe und ganz allmählich wird die Stadt von einem „Spinnennetz“ bedeckt. Jeden Tag fliegen Hunderte von russischen und ukrainischen Drohnen hin und her – und jede hinterlässt ihr Spur.
In den älteren Generationen in Russland ist die ehemalige Sowjetunion noch tief verwurzelt. Das gilt auch für die Mitglieder der Kommunistischen Partei Russlands, die gerne wieder die Sowjetunion in ihrer imperialen Größe auferstehen lassen möchten. Daher unterstützen sie die russische Regierung im Krieg gegen die Ukraine, die ebenfalls die Schmach der Perestroika abschütteln und die ehemaligen Teilstaaten der Sowjetunion wieder heim ins Reich zwingen will.
Die Union der sowjetischen Offiziere, eine Unterorganisation der Kommunistischen Partei, hat anlässlich der Beerdigung eines im Krieg gegen die Ukraine gefallenen Mitglieds, ihre Einstellung zum Krieg gegen die Ukraine dargelegt - „eigentlich ein Krieg zweier brüderlichen Völker“. Sie benennen damit Russen und Ukrainer als eigenständige Völker und nicht wie Wladimir Putin, der die Ukrainer als Teil des russischen Volkes sieht - als Klein (Ukrainer)- und Großrussen.
Der übersetzte Text:
Weiterlesen: Ein Bürgerkrieg zwischen zwei brüderlichen Völkern

Die Bauarbeiter des Kernreaktors fordern ihre Löhne
Ende September bezeichnete Präsident Putin auf dem internationalen Forum „Weltatomenergiewoche“ den im Bau befindlichen Kernreaktor in Dimitrowgrad in der Region Uljanowsk als revolutionäre Entwicklung russischer Wissenschaftler und Ingenieure, die es in Zukunft ermöglichen werde, das Problem der Entsorgung von Atommüll fast vollständig zu lösen. Doch wie sich herausstellte, gibt es auf der Baustelle große Probleme: Rund 300 Bauarbeiter traten in den Streik, weil sie seit zwei Monaten keine Löhne mehr erhalten haben. Sie versammelten sich vor dem Büro der Firma „Institut Orgenergostroy“, forderten die Begleichung der Schulden und nahmen eine Videobotschaft an den Leiter des FSB, Alexander Bastrykin, auf.
Wieviele junge Männer, die ohne elterliche Fürsorge in Waisenhäusern aufgewachsen sind, bereits im Krieg gegen die Ukraine verheizt wurden, haben wir nicht gezählt. Aber es sind bemerkenswert viele.
Wir wollen einige Fotos aus dem Waisenhaus Planeta zeigen, das sich in Dimitrowgrad befindet, einer Großstadt mit rund 120.000 Einwohnern in der Oblast Uljanowsk. Am 10. 10.25 nahm eine Delegation des Jugendhauses am Militärspiel „Zarnitsa" teil. Und wenig später wurde der Tod des 18-jährige Kirill Sleptsow gemeldet, aufgewachsen in jenem Waisenhaus und gefallen in der Ukraine.

Unvollendeter Schulbau in Sljudjanka
Mitte November nahmen die Einwohner der Stadt Sljudjanka am Baikalsee ein Video mit einer Botschaft an Putin und Gouverneur Kobsew auf. Sie beklagten sich über den baufälligen Zustand der einzigen Schule in der Stadt. Der Bau eines neuen Schulgebäudes in Sljudyjanka wurde bereits vor sechs Jahren begonnen, aber 2022, als der Krieg begann, in dem bereits 17 Absolventen dieser Schule ums Leben kamen, wurden die Bauarbeiten eingestellt.

254.000 Russen wurden aufgrund wirtschaftlicher Probleme beurlaubt. Dies geht aus Daten des Arbeitsministeriums hervor. Zu Beginn des Jahres befanden sich 98.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit. Vor dem Hintergrund des Abschwungs in verschiedenen Wirtschaftssektoren hat sich die versteckte Arbeitslosigkeit in Russland innerhalb von 10 Monaten somit um das 1,5-Fache erhöht. Ein Rückgang des Wachstums ist derzeit sogar in der Rüstungsindustrie zu beobachten, in die die russischen Behörden nach dem Einmarsch in die Ukraine enorme Haushaltsmittel investieren.

1998 aufgegebenes Dorf Iultin im Autonomen Kreis der Tschuktschen
Foto: Levanchuk Vitaly (http://astafiev.narod.ru/iultin.html)
Die östlichste und ganzjährig befahrbare Straße in Russland ist 340 km lang und verbindet die städtische Siedlung Egwekinot an der Küste der Tschuktschen-Halbinsel am Beringmeer mit der Siedlung Mys Schmidta, die an der Tschuktensee liegt. Die Orte an der Straße verlieren immer schneller ihre Bewohner und die Straße zerfällt. Die Lagerstätten für seltene Metalle und Gold sind erschöpft, viele Bergwerke geschlossen und die Arbeiter sind weggezogen.
Für die einheimische Bevölkerung der Tschuktschen und Eskimos stehen immer weniger finanzielle Mittel zur Verfügung, die Bevölkerung der Tschuktschen-Dörfer nimmt stetig ab und die Männer, die vom Fischfang, der Jagd und der Renntierzucht leben, werden mit viel Geld zum Kriegsdienst in der Ukraine angeworben.
Weiterlesen: Die Folgen des russischen Krieges ganz im Nordosten Russlands

Gennadi Sergejewitsch Gromak (26. April 1984 - 31. Mai 2025) stammte aus der ukrainischen Stadt Kertsch auf der Krim und war aktiver Teil der Kosakenbewegung. Er meldete sich freiwillig zum Krieg gegen sein Land als Richtschütze an einer Kanone. Gennadi starb in einem ungleichen Kampf - großes Geschütz gegen kleine Drohne. „Er starb durch die Explosion einer feindlichen Drohne, während er bis zum letzten Augenblick mit einer Kanone auf den Feind feuerte“, berichtet der Nachruf. Durch DNA wurden seine sterblichen Reste identifiziert, die Beisetzung steht noch aus.

Nachdem die Aufmerksamkeit zu unseren Veröffentlichungen wächst, eine kurze Information zu OskarMaria.
Unter diesem Pseudonym war der Initiator im Internet seit über 25 Jahren recht unregelmäßig präsent. Ab dem Jahr 2014 hat er hier über die Situation in den von Russland besetzten Gebieten des Donbass geschrieben. Als einer der ersten Journalisten überhaupt informierte er über die damals neu gegründete Gruppe Wagner.
Beruflich war er seit den 80-iger Jahren Geschäftsführer von diversen Medienunternehmen im Printbereich. Jetzt im Ruhestand, Kinder erwachsen, bleibt etwas mehr Zeit, die gesammelten Erfahrungen zusammen mit wenigen Mitstreitern für dieses Projekt zu nutzen.
Nachtrag: OskarMaria– das ist eine kleine Verbeugung vor dem beinahe vergessenen Schriftsteller Oskar Maria Graf. In Zeiten der Bücherverbrennungen wurden seine Werke von den Nazis verschont, ja sogar teilweise empfohlen. „Verbrennt mich!“ schrieb er 1933 in der Wiener Arbeiterzeitung, „nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbanden gelangen!“ Schließlich floh er in die USA – dort lebte er in bescheidenen Verhältnissen. Deutschland wollte den unbequemen Mann nach dem Krieg nicht wieder haben. Er starb 1967 in New York.
Literaturempfehlung: Wir sind Gefangene - Autobiograhie 1927.
Wir meinen damit die Antrittsprämien, die Russen erhalten, wenn sie freiwillig einen Zeitvertrag mit dem Militär abschließen. Und der Begriff „Russisch Roulette“ ist dabei nicht falsch, denn die Überlebenschancen sind gering.
In der zweiten Hälfte des letzten Jahres haben viele Regionen diese Antrittsprämien stark reduziert. Offensichtlich fehlt es an Neuunterzeichner, deshalb erhöhen manche Regionen diese Prämien zum Teil erheblich - trotz chronischem Haushaltsdefizit. Denn alle Regionen müssen eine bestimmte Quote erfüllen, um jene 30.000 bis 35.000 monatlich gefallenen und verwundeten Soldaten im Krieg gegen die Ukraine zu ersetzen.
Über Anhebung der Prämien in Baschkortostan und Tatarstan haben wir bereits berichtet. In Tschuwaschien wurde die regionale Prämie von 400.000 Rubel auf 2,1 Millionen Rubel angehoben. Bis zum 31.03.26 erhält somit jeder Neuunterzeichner zusammen mit der Prämie des Staates 2,5 Millionen Rubel (€ 27.000). In Samara wurde die Einmalzahlung von 400.000 auf 1,1 Millionen Rubel erhöht, dort erhält jeder Unterzeichner zusammen mit der Staatsprämie 1,5 Millionen Rubel (€ 16.000). Und schließlich in Orenburg gibt es zusammen mit der Staatsprämie statt 800.000 Rubel jetzt 1,4 Millionen Rubel (€ 15.000). Bereits Ende Dezember hat auch die ökonomisch schwache Region Mari El die Prämien stark angehoben. Statt bisher 800.000 Rubel von Staat und Region gibt es jetzt 2,5 Millionen Rubel (€ 27.000).
Es lohnt sich also, quer durch Russland zu reisen - dorthin wo die höchsten Prämien gezahlt werden.
Die Stadt Pokrowsk in der Ukraine ist zur Zeit eine der umkämpfsten Regionen an der Front. Sie wurde im letzten Jahr mit der Taktik der Infiltration durch russische Einheiten teilweise besetzt, deren Unterstützung und Versorgung aber durch ukrainische Kräfte erfolgreich verhindert wurde. So ist die Stadt und deren Umgebung aktuell wieder frei von russischen Angreifern.
Doch immer wieder schicken russische Kommandeure ihre Soldaten einzeln oder in kleinen Gruppen in Richtung der Stadt, in der Hoffnung wieder einen Stützpunkt hinter den Verteidigungslinien aufbauen zu können. Wie in diesem Fall sind die Soldaten nicht einmal bewaffnet.
Weite Teile der Front sind vermint, aber für die vorschleichenden Soldaten warten auch andere Fallen. Unser Video zeigt eine Drohne auf der Lauer. Sie übermittelt ihre Bilder an den Drohnenpiloten, der entscheidet, wann der Sprengkörper gezündet wird. Auch jener russische Soldat wird irgendwann in unseren Listen auftauchen.
Alexej Fjodorowitsch Jeropejew wurde am 21.11.1978 im Dorf Scharaldai in Burjatien geboren. Nach der Schule begann Alexej eine Ausbildung zum Schneider und KFZ-Mechaniker. Nach einem Unfall wurde er schwerbehindert, Stufe 2. Der Nachruf schreibt: „Trotz dieser Schwierigkeiten blieb Alexey optimistisch und verdiente sich etwas dazu, indem er Kleidung und Schuhe nähte und dabei sein handwerkliches Geschick unter Beweis stellte. Er konnte keine Familie gründen, blieb aber stets ein gütiger und mitfühlender Mensch.“
Trotz schwerster Behinderung konnte Alexej am 16.05.2025 einen Vertrag als Zeitsoldat mit dem russischen Militär abschließen.
Die Sache endete schnell - Alexej wurde bereits am 11. Juni 2025 bei einem Einsatz ins Verderben geschickt.
So schwärmt der Nachruf weiter: „Alexey war von Natur aus gutherzig, mitfühlend und hilfsbereit. Er war stets bereit, andere zu unterstützen und mit ihnen Freud und Leid zu teilen. Seine Güte und Menschlichkeit werden in den Herzen all derer, die ihn kannten, für immer weiterleben.“
Ein russischer Kommandeur steht auf dem Rollfeld des Flughafens in Kaliningrad und nimmt vor dem Abflug an die ukrainische Front noch ein Video für seine Familie auf.
Seine Worte in deutscher Übersetzung:
"Hallo, meine Lieben!
Jetzt fliegen wir los. Hinter mir steht ein Il-76-Flugzeug, mit dem wir fliegen werden. Gefühle gemischt. Es ist unklar, was uns erwartet, was als Nächstes kommt.
Aber offiziell geht es in die Zone der Spezialoperation, um Verluste aufzufüllen. Die Verluste sind, soweit ich verstehe, sehr hoch. Deshalb schicken sie jeden dorthin.
Niemand wird in die Kategorie der Untauglichen eingestuft. Wir haben hier mehrere Behinderte. Sogar solche mit Prothesen. Also werden alle der Reihe nach aus dem Krieg zurückkehren – entweder behindert oder mit den Füßen voran.
Aber hoffen wir auf das Beste. Ich hoffe, lebend zurückzukommen. Gott segne euch.
Möge Gott ein schnelles Kriegsende gewähren.
Ich liebe euch, Küsse.Tschüss."
Vorausgeschickt - die wahrscheinliche Liquidierung des „Hispaniola“-Gründers, Stanislaw Orlow, ist für das Kriegsgeschehen in der Ukraine völlig ohne Bedeutung. Interessant ist lediglich, wie der russische Staat mit jenen militärisch-politischen Anführern umgeht, die in der Öffentlichkeit zu viel Aufmerksamkeit bekommen. Wer sich nicht in die graue Masse des Militärs einordnet, läuft Gefahr irgendwann durch staatliche Akteure beseitigt zu werden (Beispiele). Die Ermittlungen zum Tod verlaufen regelmäßig im Sande, aber die liquidierte Person bekommt ein prächtiges Staatsbegäbnis mit vielen weinenden Trauergästen.
So passierte dann auch im Fall Orlow, der am 22.12.2025 in Moskau beerdigt wurde und zu dessen Ehren das Militär ein beachtliches Trauerkommando abstellte.
Der Telegram-Kanal von ehemaligen Hispaniola-Akteuren veröffentliche folgendes Video von der Beisetzung:
Der Gründer der Hooligan-Einheit „Hispaniola“, Stanislaw Alexandrowitsch Orlow, wurde getötet. Orlow wurde am 2.12.1981 geboren und lebte in Moskau. Nach bisher unbestätigten Meldungen, sollte er von russischen Beamten verhaftet werden und wurde dabei erschossen.
Nachdem die kämpfenden Hispaniola-Freibeuter sich bereits im Oktober 2025 aufgelöst hatten, wurde jetzt auch der Piraten-Kapitän liquidiert.
Als Begründung für den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine gab es in den Verlautbarungen der Behörden meist folgende Begründungen:
Immer häufiger finden wir eine etwas andere Begründung für den Krieg unter den Todesmeldungen für gefallenen Soldaten auf VKontakte, Odnoklassniki und Telegram, die dort von russischen Bots gezielt veröffentlicht werden:
Putin hat mit der Gründung des Zentralen Militärbezirks richtig gehandelt; die Ukraine geriet unter den Einfluss des Westens, und das stellte eine ernsthafte Bedrohung dar.
oder
Kurz gesagt, ich unterstütze Putin in seiner Entscheidung, die SWO (Spezielle Militäroperation) zu entfesseln, weil die Ukraine unter den Einfluss des Westens geraten ist und dies eine ernsthafte Bedrohung für uns darstellt.
In der ersten Amtszeit von Donald Trump hat der US-amerikanische Kongress am 2. August 2017 ein Gesetz verabschiedet, das vom damaligen Präsidenten Trump auch unterzeichnet wurde. Darin heißt es im §247:
(1) Unterstützung der Regierung der Ukraine bei der Wiederherstellung ihrer Souveränität und territorialen Integrität;
(2) Verurteilung und Bekämpfung aller destabilisierenden Bestrebungen der Regierung der Russischen Föderation in der Ukraine, die gegen ihre Verpflichtungen und internationalen Zusagen verstoßen;
(3) niemals Anerkennung der illegalen Annexion der Krim durch die Regierung der Russischen Föderation oder der Abtrennung ukrainischen Territoriums durch militärische Gewalt;
Im Zusammenhang mit einem amerikanischen 28 Punkte Friedensplan war Trump bereit, die Krim und den Donbass als russisch anzuerkennen. Er würde damit gegen sein eigenes Gesetz verstoßen.
Nun - Gesetze kann man ändern, dafür bedürfte es dann einer Mehrheit im amerikanischen Kongress. Die wäre aktuell allerdings mehr als fraglich.
Die vom Kriegsfront zurückgekehrten russischen „Helden der speziellen Militäroperation“ haben mehr als tausend Bürger Russlands getötet oder verletzt.
In den fast vier Jahren des Krieges gegen die Ukraine haben die vom Kriegsfront zurückgekehrten Veteranen der „SVO“ mehr als 1000 Menschen getötet und verletzt, wie die Publikation „Вёрстка (Layout)“ zusammenstellte. Ihre Opfer sind meist Angehörige und Bekannte, die Verbrechen werden häufig während Sauftouren begangen.
So zum Beispiel hat der 43-jährige Einwohner der Stadt Wladimir, Alexej Demeschenko, nach seiner Rückkehr aus der Ukraine einen Mitsäufer in der „Snack-Bar“ mit einem Messer erstochen, weil dieser sich gegen den Krieg aussprach. Der Täter bekam neun Jahre aufgebrummt. Das Gericht sah allerdings einen mildernden Umstand für den Täter, da das Opfer sich gegen den Krieg aussprach.
Oder zum Beispiel hat der 33-jährige Andrej Kurbasow, gebürtig aus der Stadt Wladimir, eine 17-jährige Frau vergewaltigt und getötet. Der mobilisierte Soldat Pawel Sawtschenkow erstach einen Mittrinker in der Grill-Bar „Mirage“ und der Soldat aus der Wladimir-Region, Valery Schumilow, erstach einen Saufkumpan in der Küche wegen eines Streits über den Krieg.
Ein Oberst, der Folter und Diebstahl in der Strafanstalt IK Nr. 15 untersuchte, wurde im Krieg getötet. Seine Angehörigen erfuhren von seiner Todesnachricht von der Bank.
Der FSIN-Oberst Alexander Wladimirowitsch Tscheprasow führte eine interne Untersuchung in der Kolonie Nr. 15 in Angarsk durch (Oblast Irkutsk), nachdem dort ein Gefangenenaufstand und ein Feuer stattgefunden hatten. Später wurde von Folter berichtet. Tscheprasow stieß auf ein großes Netzwerk von Sicherheitskräften und Geschäftsleuten, die Holz stahlen und ins Ausland schickten.
Er konnte die Sache nicht zu Ende untersuchen: Tscheprasow wurde selbst der Bestechung beschuldigt und zu 12 Jahren Strafkolonie verurteilt. Dort unterzeichnete er einen Vertrag, ging an die Front und verschwand spurlos.
Was mit ihm passiert ist, können seine Frau und Mutter nicht erfahren. Weder im Wehramt noch in der Militäreinheit selbst antwortet man ihnen. Es gibt auch keine offizielle Todesanzeige.
Aus dem Telegram-Kanal „Menschen vom Baikal“. Den gesamten Beitrag in russischer Sprache gibt es hier.
Der Telegram-Kanal „Udmurtien gegen Korruption“ hat einen Film vom Soldatenfriedhof der Stadt veröffentlicht. Abonnenten des Kanals haben auch Fotos der Soldatengräber eingereicht, allerdings nur von eineinhalb Reihen. „Das ist schwer anzusehen“, erklärten sie.
Wir konnten auf Grund dieser Fotos 21 Namen neu in unsere Datenbank aufnehmen.
Anmerkung: Es empfiehlt sich den Film in größerer Auflösung anzuschauen, dazu nur auf die Überschrift des Beitrags klicken.
Seit dem Jahr 2022 wurden in Usbekistan 338 Strafverfahren gegen eigene Bürger eingeleitet wegen Beteiligung an bewaffneten Konflikten im Ausland. Fast alle dürften auf Seiten Russlands im Krieg gegen die Ukraine gekämpft haben.
Laut usbekischer Darstellung wurde die überwiegende Mehrheit der Beteiligten durch Täuschung in den militärischen Konflikt hineingezogen oder nach Kontakt mit kriminellen Organisationen in Kampfgebiete geschickt. In seltenen Fällen erfolgte die Teilnahme aus finanziellen Gründen.
Eine unserer Informationsquellen aus Baschkortostan ist seit Beginn des Krieges der Telegram-Kanal „Aspekte Baschkortostan“. Er lieferte Einblicke in die bevölkerungsreichste russische Teilrepublik und veröffentlichte auch Namen der im Krieg gegen die Ukraine gefallenen Soldaten. Um nicht unter Zensurmaßnamen zu fallen, beschränkte sich der Kanal ausschließlich auf die Berichterstattung aus der Region und verzichtete auf Kommentierungen und Wertungen.
Das hat alles nichts geholfen. Am 21. November 25 wurde auch Aspekte als „ausländischer Agent“ eingestuft. Das russische Justizministerium schreibt in seiner Erklärung:
„Die Publikation verbreitete Falschinformationen über Entscheidungen und Maßnahmen russischer Regierungsstellen und lehnte die Militäroperation in der Ukraine ab. Sie war an der Erstellung und Verbreitung von Botschaften und Materialien ausländischer Agenten an die Öffentlichkeit beteiligt.“
Die Publikation „Aspekte – Baschkortostan“ wurde vom Team von Echo Moskwy in Ufa kurz nach der Schließung ihres Radiosenders im Frühjahr 2022 ins Leben gerufen. Die erste Sendung wurde am Morgen des 1. April 2022 auf dem YouTube-Kanal des Projekts ausgestrahlt. Seitdem konzentriert sich „Aspekte“ auf regionale Nachrichten.
Jetzt prangt über jedem Beitrag von Aspekte der großgeschriebene Satz: „18+ DAS VORLIEGENDE MATERIAL (INFORMATIONEN) WURDE VON EINEM AUSLÄNDISCHEN AGENTEN DER INTERNETPUBLIKATION „ASPEKTE VON BASCHKORTOSTAN” VERÖFFENTLICHT ODER BEZIEHT SICH AUF DIE TÄTIGKEIT EINES AUSLÄNDISCHEN AGENTEN DER INTERNETPUBLIKATION „ASPEKTE VON BASCHKORTOSTAN”.
Zwei Journalisten des Projekts, Ruslan Walijew und Jewgeni Konoplin, haben Russland inzwischen verlassen und leben in Deutschland.