Kursk Trauernde Mutter

Die russische Großstadt Kursk liegt etwa 500 km südlich von Moskau nahe der Grenze zur Ukraine. Die Stadt hat rund 430.000 Einwohner und eine breit aufgestellte Industrie. 

Im Jahr 1992 ist auf dem Proletarski-Platz in Kursk ein Denkmal für die im Afghanistan-Krieg gefallenen Soldaten aus der Stadt entstanden. Insgesamt 105 Namen sind in die Steinplatten eingraviert. Im Zentrum des Denkmals befindet sich eine trauernde Mutter, die auf dem Grab ihres Sohnes liegt. Der Betrachter könnte diese Skulptur als Mahnmal deuten: Der Schmerz dieser Mutter als Mahnung vor weiteren Kriegen, zusammen mit dem Auftrag zur friedlichen Lösung von Konflikten. Das Gegenteil ist aus diesem Mahnmal geworden.

Sedanka

14.02.2023 - Kinder aus Sedanka verabschieden acht Freiwillige:
"Wir sind stolz auf dich! WIR LIEBEN dich! KOMM SO SCHNELL WIE MÖGLICH NACH HAUSE"

Über die Halbinsel Kamtschatka wurde Ende Juli 25 überall berichtet. Ein Erdbeben löste eine Tsunamiwarnung aus und der Vulkan Kljutschewskoi im Norden der Halbinsel ist ausgebrochen. Das Dorf Sedanka liegt sogar noch etwas nördlicher als der Vulkan, befindet sich aber an der Westküste der Halbinsel. Im Dorf Sedanka sind 457 Personen gemeldet, tatsächlich leben dort nur 258 Menschen. Die Bevölkerung besteht hauptsächlich aus Korjaken.  Unter den Dorfbewohnern gibt es 67 Männer über 18 Jahre, davon befinden sich 39 bei den russischen Truppen in der Ukraine. Wie viele davon gefallen sind, wird von den Behörden verschwiegen. Mindestens fünf wurden getötet, ein weiterer wird vermisst.

Sandarmoch GedenksteinSandarmoch ist ein Waldgebiet in Karelien etwa 12 km von der Kleinstadt Medweschjegorsk entfernt, die am nördlichen Ende des Onegasees liegt. In dem Waldgebiet liegen knapp 10.000 Opfer der stalinistischen Säuberung begraben, die dort geheim zwischen Oktober 1937 und Dezember 1938 erschossen wurden.  Die Hinrichtungsstätte wurde 1997 von Mitarbeitern der russischen Menschenrechtsorganisation Memorial wiedergefunden. 

Foto: Granitstein an der Gedenkstätte: Menschen, tötet nicht einander -- Foto: Semenov.m7 -- Lizenz: CC BY-SA 3.0

31.07.25 russische KriegstoteWir sind mitten in der Urlaubszeit und unterbesetzt, dafür haben wir im Monat Juli die höchsten Zahlen an russischen Kriegstoten seit Beginn des Krieges. Das hat vielfache Ursachen - die aktuellen Verluste der russischen Armee sind auf einem hohen Niveau geblieben, dazu sind zahlreiche Gedenkstätten und lokale Videos dazu gekommen, die neue Namen geliefert haben. Russische Bürger haben die Gräber auf Friedhöfen in den Regionen St. Petersburg und Oblast Moskau fotografiert. Und schließlich die Listen der staatlichen Initiative "Ich will finden", die im Juli rund 1.000 neue Namen beigesteuert haben und deren Auswertung wir dankenswerter Weise anderen überlassen konnten.

Für den Juli 2025 liegen uns bisher folgende Abschätzungen vor:

41Das vom ukrainische Staat initiierte/unterstützte Projekt „Ich will leben“ hat heute drei Tabellen veröffentlicht, die nach den Angaben der Initiative, von der russischen Armee erstellt wurden. Die Tabellen enthalten Statistiken über desertierte, gefallene und vermisste Soldaten der 41. Armee der Russischen Födertation zum Stand 1. Juni 2025.

Im Moment befinden sich die russischen Truppen in der Ukraine auf einem stetigen, wenn auch langsamen Vormarsch (Britischer Geheimdienst vom 17.07.25). Die veröffentlichen Dokumente zeichnen aber ein düsteres Bild vom Zustand zumindest der 41. Armee. Danach hätte sie bis zum 1. Juni 25 mindestens 8.625 Gefallene, 10.491 Vermisste und 7.846 Deserteure zu verzeichnen.

Wir können diese Tabellen nicht auf ihre Authentizität überprüfen. Wir haben allerdings bereits zwei lange Tabellen über gefallene Soldaten der „Schwarzen Husaren“ und der 30. separaten Motorschützenbrigade bearbeitet, die das Projekt „Ich will leben“ veröffentlicht hatte und konnten deren Angaben verifizieren.

Die Kommunistische Partei Russlands verfügt nach der Partei "Einiges Russland" über die zweitgrößte Fraktion im russischen Parlament. Die Partei hat im ganzen Land etwa 160.000 Mitglieder und gilt als einigermaßen politisch selbständige Kraft in Russland. Sie unterstützt aber auch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, obwohl nicht alle Mitglieder damit einverstanden sind.

Mit einer Schweigeminute gedenkt der Parteitag den aktuell 154 Mitgliedern, die im Krieg gegen die Ukraine getötetet wurden.  Wir dokumentieren das Video dazu, denn aus dieser Präsentation konnten wir 24 neue Namen in unsere Statistik der Kriegstoten aufnehmen.

Arbeitstitanen

Heute besuchen wir eine staatlich organisierte Jugendgruppe in der westsibirischen Großstadt Tscheljabinsk. Die "Arbeitstitanen" des Jugendzentrums „Junost“ säubern in ihrer Freizeit Spielplätze, öffentliche Wege und die Umgebung von Kindergärten. Zur Belohnung erfahren sie dann von einem ehemaligen Soldaten der "Speziellen Militäroperation (SWO)" alles was junge Menschen über Kriege und Waffen wissen müssen - Tod und Verstümmlung natürlich ausgenommen.

Der VKontakte-Beitrag vom 23.06.25 im übersetzten Original:

Jede zweite Schicht in Russland sitzt derzeit ohne Bezahlung fest

Schichtarbeiter

Schichtarbeiter

In diesem Monat wurde ein weiterer Fall von Nichtzahlung von Gehältern bekannt. Die Hafenarbeiter der Mine „Spiridonowskaja“ sprechen von einer Verzögerung von mehr als drei Wochen – die Mine selbst steht kurz vor dem Bankrott. Im Frühjahr konnten die Mitarbeiter der Firma „Zimtek“ mehrere Monate lang nicht von Tschukotka nach Hause fliegen – das Unternehmen weigerte sich, sowohl die Gehälter zu zahlen als auch die Tickets zu kaufen. Über ähnliche Situationen berichteten der Redaktion Schichtarbeiter von mindestens zwei weiteren Unternehmen.

Vor dem Angriff

Schwarze Husaren bereiten sich auf einen Angriff vor (Mai 25)

In keiner russischen Militäreinheit gibt es solch hohe Verluste wie bei den „Schwarzen Husaren“. Seit Beginn des russischen Angriffskrieges wurden mindestens 7.436 Soldaten getötet und weitere 5.253 gelten als vermisst. Die Einheit musste folglich ihren gesamten Bestand an Soldaten bisher dreimal ersetzen 

Die ukrainische staatliche Initiative „Ich will finden“ hat jetzt eine Liste aller gefallenen Soldaten der Einheit veröffentlicht. Stichproben haben deren Echtheit bestätigt.

Am 12. Juni 25 veröffentlichte der britische Geheimdienst das kleine Video links. Jeder Punkt soll einen verletzten oder toten russischen Soldaten darstellen. So kommen eine Million Punkte zusammen. Es stellt sich deshalb die Frage, ob diese Angaben richtig sind oder bloße Propaganda.

Wir haben Stand 15. Juni 25 insgesamt 116.907 getötete russische Soldaten aus offenen Quellen gefunden. Das ist die einzige zuverlässige Größe. Alle anderen Zahlen sind Schätzungen mit großem Fehlerpotential. Wir können deshalb die Zahl von einer Million russischen Kriegsopfern weder bestätigen noch dementieren. 

Anzeige Baschkortostan 23.12.24Wir haben bereits mehrfach über die Antrittsprämien berichtet, die Russen erhalten, wenn sie einen Vertrag zum Kriegsdienst mit dem russischen Militär abschließen. Diese Prämien stiegen im Lauf des Jahres 2024 kontinuierlich in allen russischen Regionen und hatten zum Jahresende ihren Höhepunkt. Je nach Region beliefen sich jene Prämien bis auf drei Millionen Rubel, umgerechnet etwa 30 bis 33 Tausend Euro.

Als Bonus obendrauf gab es für verschuldete Russen zum Jahresende noch die Möglichkeit eines Schuldenerlasses von bis zu zehn Millionen Rubel.

Die Zeiten sind offensichtlich vorbei – die Summen der ausgelobten Prämien sind wieder rückläufig, wie die Region Baschkortostan zeigt. Ab dem 4. Juni 25 bekommen neue Freiwillige 600.000 Rubel weniger als zuvor.

Kindergarten Toljatti

Gerade sind wir in der Großstadt Toljatti in Samara. Die Stadt ist nach dem italienischen Kommunisten Palmiro Togliatti benannt, der wichtigste Arbeitgeber der Stadt ist das  AwtoWAS-Autowerk, das Autos der Marke Lada produziert. Und wir wollen den Kindergarten Nr. 147 besuchen. Die Kleinen feiern das Ende ihres Kinderdaseins, nach den Sommerferien geht es in die Schule. Damit das Fest einen aktuellen Charakter bekommt, hat die Kindergartentante Marina ein paar Söldner der Gruppe Wagner eingeladen.

Auch die Wagner-Söldner lassen sich nicht lumpen. Sie überreichen den Kindern eine Wagner-Flagge und jedes Kind bekommt einen Original-Wagner-Aufnäher.

Aber lassen wir die Tante Marina zu Wort kommen:

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