Artem Denisowitsch Tschernow

Artem Denisowitsch, 18 Jahre

Russland zieht zwei Mal im Jahr frische Wehrpflichtige ein - im Frühjahr und im Herbst. Artem war im Frühjahr 2025 noch nicht 18 Jahre alt, also noch nicht wehrfähig, und im Herbst war er bereits tot - gefallen im Krieg gegen die Ukraine. Geburt, Kindergarten, Schulbildung, alles umsonst - gefallen in einem sinnlosen Krieg, zu dem sich Artem freiwillig gemeldet hatte. Artem Denisowitsch Tschernow (31.07.2007 - 30.10.2025) wuchs in der Stadt Pawlowo in der Oblast Nischni Nowgorod auf.

Iwan Cholschtschagin

Iwan Cholschtschagin, 20 Jahre

Iwan Cholschtschagin wurde am 06.06.2004 in der Großstadt Tscherepowez in der Oblast Wologda geboren. Er wurde am 21. Mai 2025 im Krieg gegen die Ukraine getötet und am 12.11.25 in seiner Heimatstadt beigesetzt.
Und dann gibt es noch eine zweite Geschichte zu erzählen, die vom spielsüchtigen Iwan handelt. Iwan stand am 27.07.2023 vor dem Gericht seiner Heimatstadt. Er hatte sich Zugang zum Smartphone einer flüchtigen Bekannten erschwindelt und damit 7.000 Rubel auf eine Wette platziert. Mit dem Gewinn wollte er alles zurückzahlen. Doch er hatte verloren und das Geld war weg. Das Gericht verhängte eine Bewährungsstrafe und Iwan musste den Schaden zurückerstatten.
Ob er auf Grund seiner Spielsucht in den Krieg zog, wissen wir nicht, aber es wäre gut möglich.

Innokenty Iljitsch Kremlew

Innokenty Iljitsch, 18 Jahre

Innokenty Iljitsch Kremlew, geboren am 15. Juni 2007 in Burjatien, wuchs aber im Waisenhaus „Солнышко (Sonne)“ in der Stadt Nowoalexandrowsk in der Oblast Stawropol auf. Im August 2025 war er arbeitslos und wahrscheinlich betrunken. Das Bezirksgericht verurteilte ihn am 15.08.25 zu einer Geldstrafe, weil er in der städtischen Öffentlichkeit etwas randaliert hatte. „Das Leben ist schön!“ war sein Motto laut seinem VKonntakte-Status. Leider hat er sich daran nicht gehalten. Stattdessen hat der jugendlich-dumme Kerl einen Vertrag mit dem russischen Militär zum Kriegsdienst abgeschlossen und war am 29.10.25 bereits tot - begraben am 9.11.25.

Ilja Sergejewitsch Karedin

Ilja Sergejewitsch, 19 Jahre

Der Nachruf schreibt: „Ilja war ein echter Patriot seines Vaterlandes, der immer zur Hilfe bereit war, wenn es nötig war.“ Nein - Ilja war kein Patriot, denn er wuchs in Armjansk im Norden der Krim auf und kämpfte gegen sein Vaterland Ukraine. Und er zog aus ganz eigennützigen Gründen in den Krieg, nämlich um in jungen Jahren richtig viel Geld zu verdienen. Das ging schief. Ilja Sergejewitsch Karedin, geboren am 29.09.2005, getötet am 02.03.2025 und begraben am 14. November 2025.

Artem Alexandrowitsch Geraschenko

Wladimir Chairulowitsch, 20 Jahre

Russland öffnet seiner Jugend vom Land nur wenige berufliche Türen - bis auf den schnellen Tod an der Front. Artem Alexandrowitsch Geraschenko ist so ein Beispiel. Artem wurde am 27. Juli 2006 im kleinen Dorf Schechargun mit weniger als 50 Bewohnern geboren. Nach der Schule meisterte er erfolgreich eine Lehre als Koch und bekam danach keine Stelle. Ohne Wehrdienst, ohne andere militärische Erfahrung schloss Artem mit noch 18 Jahren einen Vertrag zum Kriegsdienst in der Ukraine ab. Wann er genau getötet wurde, verschweigen alle Medien aus guten Gründen. Wahrscheinlich soll vertuscht werden, dass er nur wenige Tage an der Front überlebt hat. Am 4.12.25 wurde er beigesetzt.

Wladimir Chairulowitsch Sindjaschkin

Wladimir Chairulowitsch, 20 Jahre

Im Dorf Nadeschdinka mit weniger als 400 Einwohnern in der Oblast Orenburg ist Wladimir Chairulowitsch Sindjaschkin groß geworden. Wladimir, geboren am 22. Juni 2004, war in der Schule keine große Leuchte, die Ausbildung zum Klempner brach er ab. Er jobbte im Straßenbau und in einer Autowerkstatt, blieb aber ohne geregelte Arbeit. Richtig - für solch junge Leute erscheint ein Vertrag mit dem russischen Militär samt bester Bezahlung wie ein Lottogewinn. Ohne militärisch Vorkenntnisse zog auch Wladimir in den Krieg - am 25.06.24, kurz nach seinem 20 Geburtstag war er tot.

David Michailowitsch Kuular

Iwan Alexandrowitsch, 21 Jahre

Unser lieber Mann, der mittlere Sohn seiner Mutter, der Bruder seines Bruders, der charmante Cousin seines Bruders, die starke Unterstützung eines geliebten Freundes, der Mut zahlreicher Verwandter, der bescheidene, fröhliche Bruder, Bruder, Sohn, Neffe, Cousin, Schwiegersohn, Freund, Klassenkamerad, vertrauter Freund David (Rokot) Michailowitsch Kuular wurde am 26.11.2001 in Chowu-Aksyn, Chedi-Chol, geboren. Im November 2024 nahm er an der Spezialoperation für den zukünftigen Frieden teil, um sein Heimatland zu verteidigen, Obermaat, 155. Separates Marinekorps, Drohnenpilot mit mutigem Einsatz im Kampf. Wir geben mit tiefer Trauer bekannt, dass er am 20.10.2025 in jungen Jahren verstorben ist.

Iwan Alexandrowitsch Temnikow

Iwan Alexandrowitsch, 21 Jahre

Inna ist glücklich. Ihr Freund Iwan Alexandrowitsch Temnikow, Vater ihres einjährigen Kindes, hat Urlaub vom Krieg und ist mit einem großen Strauß Blumen nach Hause gekommen. Beide lebten in der sibirischen Stadt Ust-Kut in der Oblast Irkutsk. Iwan ist danach noch einmal nach Hause gekommen - im Zinksarg. Am 5.11,25 wurde er beigesetzt.

Stanislaw Wladimirowitsch Butschelnikow

Stanislaw Wladimirowitsch, 23 Jahre

Stanislaw wuchs in einem kleinen Dorf mit Namen „Neu“ und gerade mal 18 Bewohnern in der Oblast Kurgan auf. Während seiner Schulzeit machten sich Lernschwierigkeiten bemerkbar, so wurde er zuhause von einem Privatlehrer unterrichtet. Stanislaw bekam einen Abschluss zur 9. Klasse, erlernte auch keinen Beruf erlernte und musste keinen Wehrdienst ableisten. Beim russischen Autobahnbetreiber bekam er Arbeit und besserte als Hilfsarbeiter Straßen aus. Privat lief es auch schlecht, er zog sich immer mehr zurück. Schließlich unterschrieb er heimlichen einen Militärvertrag. Im Krieg wollte er sein Potential beweisen, wurde Zugführer, bis er durch einen Schuss in den Kopf getötet wurde. Stanislaw Wladimirowitsch Butschelnikow, 18.04.2001 - 30.08.2024.

Ilja Anatoljewitsch Jerschow

Ilja Anatoljewitsch, 20 Jahre

Ilja Anatoljewitsch Jerschow wurde am 5. Juni 2004 in Ischewsk in der russischen Teilrepublik Udmurtien geboren. Als Kind hätte er leidenschaftlich Schach und Dame gespielt. Nach der Schule absolvierte er eine Ausbildung am landwirtschaftlichen Ingenieurskolleg, die er im Jahr 2023 beendete. Danach kam der Wehrdienst in Chabarowsk, während dem Ilja einen Militärvertrag abschloss und an die Front geschickt wurde. Im August 2024 wurde er verwundet, kam zurück in den Krieg und wurde am 26.03.2025 getötet.

Wladislaw Konstantinowitsch Zuew

Wladislaw Konstantinowitsch, 19 Jahre

Wie unmenschlich inzwischen das russische System sich darstellt, zeigt das Beispiel von Wladislaw Konstantinowitsch Zuew. Wladislaw wurde am 21.04.2005 im größeren Dorf Katschug in der Oblast Irkutsk geboren. Nach der Schule lernte er keinen Beruf und hatte auch keine Anstellung, so schloss er am 20.03.2025 einen Vertrag mit dem russischen Militär. Ohne militärische Ausbildung wurde der junge Mann schnell in einen der Selbstmordangriffe geworfen. Am 21.04.25 war er tot. Dem dahingemetzelten Toten heuchelt der Nachruf eine schamlose Sinnhaftigkeit hinterher: „Wladislaw gab sein Leben für einen friedlichen Himmel, für die Sicherheit seines Landes und die Zukunft seiner Angehörigen. Seine Heldentat ist ein Beispiel für Hingabe, Mut und Liebe zum Vaterland.“

Matwej Fedosow

Matwej Fedosow , 18 Jahre

Am 17. Juni 2025 wurde Matwej Fedosow 18 Jahre, am 4. August unterschrieb er einer Freiwilligenvertrag und am 19. Oktober war er tot. Auf seinem VKontakte-Status prangt ein Kampfflugzeug und ein großes Z. Seine Mutter beschreibt ihn so: „Er war voller Lebensfreude, Träume und großartiger Pläne. Sein Lächeln konnte jedes Herz erweichen, und sein Lachen klang wie Musik und erfüllte jeden Winkel unseres Hauses. Er liebte es, neue Horizonte zu entdecken und andere mit seinen Ideen zu inspirieren.“  Warum Matwej loszog, um andere Menschen zu töten, erklärt diese Beschreibung nicht.

Nikita Alexejewitsch Zorkalzew

Nikita Alexejewitsch, 24 Jahre

Nikita Alexejewitsch Zorkalzew, geboren am 26.09.2000, wuchs in der sibirischen Großstadt Irkutsk auf. Die Schule schloss er mit einer Goldmedaille ab. Danach wurde er vier Jahre lang in Nachrichtentechnik in einer Militärakademie in Nowosibirsk ausgebildet. Als er Ende Juli 2022 sein Offizierspatent erhielt, war der russische Angriffskrieg schon in vollem Gange und Nikita kurz danach mitten drin. Eine Granate zerstörte ein russisches Hauptquartier im russisch besetzten Teil der Ukraine und setzte seiner Karriere bis zum Hauptmann ein Ende.

Natalja Andreewa

Kirill Wladimirowitsch, 18 Jahre

Soldat Kirill betrachtet das Portrait seiner Freundin Natalja mitten im Kriegsgeschehen - ein KI generiertes Bild. Er wird ihr nicht mehr begegnen. Kirill Wladimirowitsch Sleptsow haben wir bereits vorgestellt, er war ein Waise aus Dimitrowgrad. Seine Freundin meldete seinen Tod an der Front.

Wladislaw Ruslanowitsch Elisejew

Wladislaw Ruslanowitsch, 19 Jahree

Wladislaw Ruslanowitsch Elisejew, geboren am 18.07.2006, wuchs in der Stadt Balaschow in der Oblast Saratow auf. Er meldete sich freiwillig zum Kriegsdienst und wurde am 30.10.25 beigesetzt. Seine Großmutter hatte Wladislaw erzogen. Olga schrieb dazu in den Kommentaren: „Es war niemand da, der ihm erklären konnte, dass er noch zu jung war, dorthin zu gehen.“

Ruslan Jurjewitsch Dan

Ruslan Jurjewitsch, 18 Jahre

Ruslans Mutter teilte der Presse mit, dass ihr Sohn einen Vertrag mit dem russischen Militär abgeschlossen hätte und ohne zu zögern, an die Front gegangen wäre. Eine Drohne beendete sein Leben im März 2025. Die russische Presse berichtet von einem Helden - Ruslan hätte sich aufgeopfert und vor die Drohne gestellt, um seine Kameraden zu schützen. Viel wahrscheinlicher ist allerdings, dass Ruslan im Gegensatz zu seinen Kameraden, zu langsam reagierte. Ruslan Jurjewitsch Dan, geboren am 03.07.2006, wuchs in der Großstadt Kamyschin in der Oblast Wolgograd auf.

Sergei Romanowitsch Karetnikow

Sergei Romanowitsch, 20 Jahre

Voller Stolz hält Sergej seinen Ausweis des russischen Militärs in die Kamera. Im Frühsommer 2024 hatte er sein Ausbildung beendet, wurde danach zum Wehrdienst eingezogen und wäre nach einem Jahr wieder im zivilen Leben angekommen. Aber fühlte sich zum Soldatentum berufen, meldete sich freiwillig und wurde im April 2025 bereits getötet. Seine Mutter suchte ihn öffentlich im Juli, seine Berufsschule meldete seinen Tod Ende Oktober. Bleibt noch sein VKontake-Motto nachzutragen: „Und er, rebellisch, bittet um Stürme, als ob es in Stürmen Ruhe gäbe!“ Sergei Romanowitsch Karetnikow, geboren am 20.02.2005, wuchs in der Stadt Omutninsk in der Region Kirow auf.

Iwan Michailow 14

Iwan Igorewitsch, 18 Jahre

Ein Jahr bevor der russische Angriff begann war Iwan Igorewitsch Mechaljew von zuhause ausgebüxt und wurde öffentlich gesucht. Damals war er 14 Jahre alt, geboren im Jahr 2006 und lebte in der geschlossenen Stadt Nowouralsk in der Oblast Swerdlowsk. Iwan wurde wieder eingefangen und meldete sich vier Jahre später freiwillig zum Kriegsdienst in der Ukraine. Am 17. Juni 2025 wurde er getötet.

Ilja Weniaminowitsch Makovoj

Ilja Weniaminowitsch, 19 Jahre

In der Ukraine geboren, für Russland gestorben. Ilja Weniaminowitsch Makovoj wurde am 23. Juni 2003 in Sewastopol auf der Krim geboren. Nach seiner Ausbildung als Schweißer im Schiffsbau wurde er im Jahr 2023 zum Wehrdienst in der russischen Armee eingezogen. Während seiner Armeezeit verpflichtete er sich zum Vertragsdienst. Im Oktober 2023 erschien er nicht bei seiner Einheit und wurde Anfang Februar 2024 deshalb festgenommen. Vom Militärgericht bekam er eine Strafe von 5, 5 Jahren. Die saß er nicht ab, sondern schloss einen neuen Vertrag zum Kriegsdienst, den er nicht überlebte. Am 20.11.25 wurde er begraben.

Fjodor Allenowitsch Latchkow

Fjodor Allenowitsch, 22 Jahre

Kurzzeitsoldat Fjodor Allenowitsch Latschkow wurde am 7.3.2003 in Omsk geboren. Nach seinem Wehrdienst schloss er im Mai 2025 freiwillig einen Vertrag zum Kriegsdienst und war am 30. Juni 25 bereits tot. Die Partei „Einiges Russland“ verklärt sein Andenken:
„Er schonte sein Leben nicht, für jeden seiner Landsleute, für jeden von uns. Im blutigen Kampf gegen die Neonazis wurde er zu einem wahren Helden für alle Bewohner unserer Region, zu einem wahren Patrioten seines Landes. Unser Vaterland erlitt einen unersetzlichen Verlust, indem es einen verdienten Bürger der Region und einen wahren Patrioten Russlands verlor. Der Mut, die Selbstlosigkeit und der Patriotismus, mit denen Fjodor ausgestattet war, dienten nicht nur ihm persönlich, sondern leisteten auch einen enormen Beitrag zur Sicherheit und zum Wohlergehen unseres Landes. Seine Tapferkeit, seine Hingabe und seine Bereitschaft, sein Leben für andere zu opfern, sind der größte Akt der Tapferkeit.“

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