15.04.2026 -- 203.108// Zuwachs zum 31.03.2026: 3.907

Jelena Gennadiewna Jurtaschkina, geboren im Jahr 1981, war eine Krankenpflegerin aus Jekaterinburg in der Oblast Swerdlowsk. Im Februar 2024 entschloss sie sich, freiwillig in den Krieg gegen die Ukraine zu ziehen - aus altruistischen Gründen. „Es ging ihr nicht ums Geld; sie suchte nach dem Sinn dahinter. In Jekaterinburg hatte es nicht geklappt, also nahm sie sich Urlaub und flog nach Salechard, um dort angenommen zu werden“, erzählt ihre Mutter der Presse. Viel wahrscheinlicher ist aber, dass im „Autonomen Kreis der Chanten und Mansen" einfach höhere Antrittsprämien bezahlt werden als im restlichen Russland. Die Region ist reich und kann sich das leisten. Jelena wurde in der Nähe der Front und in Feldlazaretten eingesetzt. Am 10. März 2026 wurde sie durch Beschuss getötet.

Nachdem die Aufmerksamkeit zu unseren Veröffentlichungen wächst, eine kurze Information zu OskarMaria.
Unter diesem Pseudonym war der Initiator im Internet seit über 25 Jahren recht unregelmäßig präsent. Ab dem Jahr 2014 hat er hier über die Situation in den von Russland besetzten Gebieten des Donbass geschrieben. Als einer der ersten Journalisten überhaupt informierte er über die damals neu gegründete Gruppe Wagner.
Beruflich war er seit den 80-iger Jahren Geschäftsführer von diversen Medienunternehmen im Printbereich. Jetzt im Ruhestand, Kinder erwachsen, bleibt etwas mehr Zeit, die gesammelten Erfahrungen zusammen mit wenigen Mitstreitern für dieses Projekt zu nutzen.
Nachtrag: OskarMaria– das ist eine kleine Verbeugung vor dem beinahe vergessenen Schriftsteller Oskar Maria Graf. In Zeiten der Bücherverbrennungen wurden seine Werke von den Nazis verschont, ja sogar teilweise empfohlen. „Verbrennt mich!“ schrieb er 1933 in der Wiener Arbeiterzeitung, „nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbanden gelangen!“ Schließlich floh er in die USA – dort lebte er in bescheidenen Verhältnissen. Deutschland wollte den unbequemen Mann nach dem Krieg nicht wieder haben. Er starb 1967 in New York.
Literaturempfehlung: Wir sind Gefangene - Autobiograhie 1927.